26 März 2015

[Book meets Film Tour - Perfekt ist jetzt] Film vor Buch - das Experiment


Hallöchen liebe Leser und willkommen zur Book meets Film Tour von Perfekt ist jetzt!

In den letzten Tagen habt ihr bereits einiges über den Film und das Buch erfahren. Ihr habt euch die besten Zitate durchgelesen; gelernt, was man in einem Film anders macht als in einem Buch und ihr habt die Charaktere etwas besser kennengelernt. Getreu dem Motto Perfekt ist jetzt habe ich diese perfekte Chance ausgenutzt, um für euch ein kleines Experiment zu wagen...

Die meisten Buchliebhaber schwören ja darauf, dass man ein Buch immer vor dessen Buchverfilung lesen sollte - mich eingeschlossen. Doch dieses mal habe ich es anders gemacht. Ich habe mir den Film erst angesehen und dann das Buch gelesen. Wie es mir damit ergangen ist, erfahrt ihr jetzt. Zum Einstieg könnt ihr euch schon mal den deutschen Trailer ansehen, den ich euch im Beitrag eingefügt habe.



Und nun könnt ihr euch eine Tüte Popcorn schnappen und lesen, was ich so über den Film denke.

Der Anfang vom Film ist wirklich gut gemacht. Sutter sitzt vor seinem Computer und soll über eine Herausforderung in seinem Leben schreiben. Und dann geht es los. Wir lernen kennen, wie sein bisheriges Leben war und wie es zu der Stelle kommt, die an die Szene vom Anfang anknüpft. Sutter war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn es von einer gehörigen Portion Mitleid begleitet wird. Er sieht in allem immer das Beste, liebt die Leute und den Moment. Er ist blind gegenüber den tieferen Motiven des Lebens und erkennt den ernst der Lage meist nicht. Sein mit Alkohol verfeinerte Limobecher ist sein ständiger Begleiter und ich bezweifle, dass er jemals nüchtern ist. Ich wollte ihn die ganze Zeit in den Arm nehmen, andererseits aber auch schütteln und sagen: Junge, wach auf! Ich habe mit ihm gelitten und ihm immer nur das Beste gewünscht. Er ist einfach knuffig, wenn auch leider total realitätsfern.

Aimee fand ich süß. Anders kann ich sie nicht beschreiben. Jeder von uns, der gerne in seine fremden Welten entschwebt, wird sich in ihr wiederfinden können. Sie ist eigentlich das genaue Gegenteil von Sutter und gerade das macht es so toll, die beiden miteinander zu beobachten. Sie lernen vom anderen, wenn auch nicht unbedingt nur Positives. 

Am Ende des Films dachte ich: Wow. Das war eine wirklich tolle Teenie-Drama-Liebesgeschichte, in der es um den knuffigen, aber leider auch total weltfremden Sutter geht. Ich war der Überzeugung, dass das Buch mich umhauen müsste, da ja im Normalfall das Buch immer besser ist als der Film. Aber ist dem wirklich so?



Ich hoffe euer Popcorn ist leer und ihr habt euch mittlerweile eine Tasse Tee geschnappt. Jetzt geht es auf zum Lesen

Ab ins Buch! Bereits auf den ersten Seiten merke ich: Hier ist alles anders. Der Anfang, der Erzählton, Sutter. Ganz ehrlich, der Buch-Sutter ist mir bereits nach wenigen Seiten auf den Keks gegangen. Film-Sutter nur anzusehen war schön, weil man nur seine wörtliche Rede gehört hat, aber Buch-Sutter, dessen geballte Vielfalt an Gedanken man mitbekommt, ist wohl nichts für jedermann. Vermutlich ist es mir nur so krass aufgefallen, weil ich mich schon an den stilleren Film-Sutter gewöhnt hatte. Mit der Zeit wird es aber deutlich besser und ich bekomme all die Erklärungen für Sutters Verhalten, die man ihm im Film nicht so deutlich anmerkt. Film-Sutter habe ich in seinen Gefühlen für Aimee nicht getraut, Buch-Sutter schon. Aimee fand ich im Film auch viel, viel besser. Im Buch blieb sie für mich eher blass und schien so gar nichts mit der Aimee aus dem Film gemeinsam zu haben.

Schnell wird auch klar, dass viele Charaktere aus Perfekt ist jetzt nicht den Sprung auf die Leinwand geschafft haben. Manche wurden komplett gestrichen, andere kommen nur verringert vor und wieder andere haben einen kleinen Imagewechsel durchlebt. Und was soll ich sagen: Das ist auch gut so! Sutters Geschichte kommt auch ohne diese ganzen zusätzlichen Dramen im Buch gut aus. Die Film-Version seines Werdegangs ist eingestampft, verliert dadurch aber nichts vom Gefühl, das rübergebracht wird. Ganz im Gegenteil. So komprimiert wie es ist bekommt man nur das Beste. 

Und dann passiert, was ich nicht gedacht hätte: Das Buch überrascht mich. Wieso? Ganz einfach. Das Ende ist abgeändert worden! Das hättet ihr nicht gedacht, was? Ich auch nicht. Und dennoch ist es so. Und soll ich euch gleich noch ein zweites Mal schocken? Das Ende vom Film hat mir besser gefallen! So. Jetzt ist es raus.

          Ich fand den Film von Perfekt ist jetzt besser als das Buch.          

Was aber nicht heißt, dass das Buch schlecht ist. Ich finde nur, der Film bringt eine viel schönere Botschaft mit mehr Gefühlen rüber. Mädchenfilm, könnte man sagen, obwohl es um einen Jungen geht. Das Buch ist eher was für Hartgesottene, die auf eckige Charaktere stehen und ein Buch erst dann richtig gut finden, wenn einfach alles für den Protagonisten schief läuft - und er selbst dran schuld ist. 

Demnach kann man sich also entscheiden. Will ich den anstrengenden Sutter, der mich auf eine Achterbahnfart durchs Leben mitnehmt, bei der man eigentlich wieder da raus kommt, wo man angefangen hat, oder will man einen Sutter, dem man bemitleiden und knuddeln möchte, weil er so herrlich verträumt ist? Oder beide, weil man beide Facetten kennen lernen will? Ihr habt es in der Hand. 

Einen kleinen Tipp habe ich aber dennoch für euch: Wenn ihr bereits Filme oder Serien auf Englisch schaut, dann seht euch auch Perfekt ist jetzt auf Englisch an. Ich bin zwischenzeitlich mal umgeswitcht und musste feststellen, dass die Originalversion viel besser klingt. Aimee wirkt alleine dadurch etwas selbstbewusster. Es macht viel aus!

Und was sagen die anderen Tourteilnehmer zu Buch vs. Film? Ich habe ihnen ein paar Fragen dazu gestellt. 


Wie war es bei euch: Zuerst Buch oder Film und wieso?
  • Ich habe zuerst das Buch und dann den Film gesehen, weil das für mich die ganz normale Reihenfolge ist. (Marcia)
  • Ich habe erst das Buch gelesen, dann den Film geschaut. Als Lesebegeisterte ist das auch für mich der "normale" Weg. (Damaris)
Welche Form hat euch besser gefallen und wieso (1 Satz) ?
  • Mir persönlich hat der Film besser gefallen, weil er längst nicht so bedrückend war wie das Buch. Außerdem war mir der Protagonist im Film viel sympathischer. (Marcia)
  • Hier haben mir tatsächlich mal beide Varianten gefallen. Das Buch polarisiert und der Film war gut umgesetzt. Die Charaktere wirken im Buch aber viel krasser und ja, auch unsympathischer und egoistischer. (Damaris)
Was sagt ihr dazu, dass das Ende im Film abgeändert wurde?
  • Ich habe mich sehr gefreut, dass das Ende im Film geändert wurde, weil es mir im Buch zu offen war. (Marcia)
  • Ich finde es nicht schlimm, dass das Ende im Film abgeändert wurde. Fand es sogar besser, weil es positiver war. Das Buch ist ja eher bedrückend und hoffnungslos. (Damaris)
Was empfehlt ihr? Buch oder Film oder beides?
  • Ich persönlich würde den Film auf jeden Fall weiter empfehlen und das Buch nur, wenn derjenige bedrückende Bücher mag. (Marcia)
  • Ich würde Buch und den Film empfehlen. Beides sind Medien, die beschäftigen. Die Filmbesetzung empfand ich bei den Hauptcharakteren perfekt. (Damaris)  
 
Das war es dann auch schon wieder von meiner Seite. Ich hoffe, der kleine Einblick in mein Experiment hat euch gefallen. Morgen geht es dann bei Nightingale's Blog weiter. Dort erfahrt ihr mehr über das Drehbuch, den Einfluss des Autors darauf und es gibt ein paar Infos zu den Schauspielern. Bald müsste man auch mal eine Mind Map dazu machen, mit wem Shailene Woodley in welchem Film verwandt, verliebt oder befeindet ist... Denn Sutter aus Perfekt ist jetzt ist niemand geringerer als Miles Teller alias Peter aus Die Bestimmung... Nur so am Rande, falls der Junge euch irgendwie bekannt vorkam. ;)
 

Kommentare:

  1. Oh, ich wusste garnicht, dass das Buch verfilmt wurde. Hab es aber auch noch nicht gelesen. :/ Hm... nach dem Trailer bin ich jetzt echt unschlüssig.
    www.color-castles.com

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    1. Bisher gab es den Film auch nur auf Englisch. Ich selbst weiß auch noch gar nicht lange davon.

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  2. Den Film hab ich noch nicht gesehen, aber das Buch hat mir überhaupt nicht gefallen. Nach diesem Beitrag bin ich mir aber relativ sicher, dass ich den Film mögen werde :)
    Liebe Grüße
    Lioba (Libramor)

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    1. Dann würde ich es mal mit dem Film versuchen ;) Vielleicht hast du ja Glück.

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  3. Ich finde das Experiment auch ziemlich cool :D Also mir passiert es auch eher selten, dass ich dann einen Film echt besser finde, als das Buch. Besonders krass war das bei Beautiful Creatures, weil ich den Film soooo toll fand, dass ich dann die Reihe weiter gelesen habe und es sich mega für mich gelohnt hat :D *g* Ich mag die Reihe inzwischen super gerne, besonders das Spin-Off. Maze Runner fand ich auch gefühlte 300x besser, als das Buch ey xDDD

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    1. Beautiful Creatures steht auch noch als Film im meinem Regal, weil ich schon öfters gehört habe, dass der Film da besser sein soll. Ich bin mal gespannt.
      Bei Maze-Runner stimme ich dir auch zu. Ich hoffe auch darauf, dass das auch für Band 2 und 3 gilt.

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