13 Februar 2014

[Rezension] Himmelsfern


KLAPPENTEXT & INFOS ZUM BUCH

EINZELBAND - SCRIPT 5 (SEPTEMBER 2013) - HC (496 SEITEN)

"Noa verliebt sich. Doch ihr bleiben nur zwei Wochen. In zwei Wochen wird der Junge, den sie liebt, dem Menschsein den Rücken kehren, vielleicht für immer.
Hat ihre Liebe unter diesen Umständen überhaupt eine Chance? Wird der Schmerz am Ende nicht viel zu groß sein?
Doch Noa kennt das Spiel mit dem Feuer – ihre Leidenschaft ist der Tanz mit den brennenden Poi. Wird sie es schaffen, ihre Furcht zu bezwingen, so wie sie bei jedem Training, jedem Auftritt ihre Angst überwindet? Denn sie ist seine einzige Hoffnung …" (QUELLE VON COVER UND KLAPPENTEXT)



MEINE MEINUNG

Um es gleich hinter mich zu bringen und damit ihr wisst, was in dieser Rezension auf euch zukommt, sage ich es jetzt einfach mal ganz kurz: die erste Hälfte von HIMMELSFERN fand ich (bis auf den Start) furchtbar langweilig, die zweite Hälfte hat mir allerdings sehr gut gefallen.

Die ersten Seiten von HIMMELSFERN fand ich richtig gut gelungen und so spannend, dass ich nicht anders konnte als weiterzulesen und mich zu fragen, was genau da vor sich geht. Es beginnt mit einem Unfall in der U-Bahn, der einige Fragen aufwirft und bei dem einige Sachen passieren, die man sich nicht wirklich erklären kann, schon gar nicht Noa, die Protagonisitin. Ich klebte förmlich an den Seiten und wollte die Ursachen erfahren. Doch nach dem so rasanten Start machte sich bald Ernüchterung und Langeweile bei mir breit. Für mich plätscherte die Geschichte so dahin und konnte mich leider nicht mitreißen. Es passiert schon einiges, aber da ich das Verhalten von Noa stellenweise einfach nicht nachvollziehbar fand und ihr Gefühlsleben mich zum Kopfschütteln gebracht hat, konnte ich mich einfach nicht mitziehen lassen.

Es geht in dieser ersten Hälfte darum, wie Noa und Marlon sich besser kennenlernen und näher kommen. Da ich schon den Beginn dieser Beziehung, bzw. die erste Begegnung und das erste Aufkommen von Gefühlen auf Noas Seite echt verquer fand, konnte mich auch der Rest nicht vollkommen begeistern. Ich an Noas Stelle hätte vermutlich nichts mehr mit Marlon & Co. zu tun haben wollen, aber sie sieht das etwas anders und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Ich muss zugeben, zwischenzeitlich war ich so weit, dass ich das Buch unterbrechen wollte, weil es einfach nicht vorwärts ging, was den Knackpunkt der Geschichte angeht. Ich hatte ja schon so meine Vermutungen, denn die Hinweise sind nicht knapp und unauffällig gesät , aber es kam einfach nichts, was endlich mal ein paar neue Wendungen hineingebracht hätte. Ich hatte das Buch schon fast wieder ins Regal gelegt, da kam ENDLICH(!) die große Enthüllung. Nach ca. 230 Seiten. Auch wenn es mich nicht groß überrascht hat und die Art der Enthüllung mich etwas verwirrte, war ich doch wieder milde gestimmt und habe das Buch weitergelesen. 

Die zweite Hälfte war dann ab einem bestimmten Punkt auch wirklich wieder so spannend, dass ich das Buch dann kaum noch aus der Hand legen konnte. Das Ende war dann wieder etwas anders, als man es so gewohnt ist, aber das fand ich eigentlich ganz gut. 

Noa war mir als Protagonistin ganz sympathisch. Bis auf ihr Hobby, das Poi-Spielen ist sie eigentlich ein ziemlich "durchschnittlicher" Mensch, der aber das Herz auf dem rechten Fleck hat und eine innerliche Stärke hat, die ihr selbst gar nicht so bewusst ist. Ich mochte sie sehr gerne, auch wenn wir in gewissen Dingen doch andere Ansichten haben. Was ich besonders schön und interessant fand war ihre Beziehung zu ihrem Vater, die mich des Öfteren auch zum Lachen gebracht hat.

Marlon fand ich als Charakter sehr interessant (auch wenn ich den Namen leider gar nicht leiden kann). Er ist nicht der typische hübsche Protagonist (er hat bspw. zu große Füße), was ich sehr erfrischend fand. Er ist ein sehr geheimnisvoller Typ Mensch, aber nicht auf diese "ich-glitzere-und-bin-gefährlich-für-dich"-Art, wie es sie leider viel zu häufig gibt. Ebenso wie Noa hat er auch mich fasziniert und vor einige Rätsel gestellt, die ich sehr gerne ergründet habe. Seine "Weggefährten" fand ich ebenso interessant, obwohl sie mich manchmal auch zur Weißglut bringen konnten. Das gehört zu einem guten Buch aber dazu.

Einige Charaktere sind meiner Meinung nach etwas zu blass geblieben und ich hätte gerne mehr über sie erfahren. Ebenso hätte ich mir zu einigen Handlungssträngen mehr Informationen und Hintergrundwissen gewünscht, was meiner Meinung nach an manchen Stellen zu kurz kam. Ich möchte nicht zu viel über die einzelnen Personen und Handlungen erzählen, denn ich finde, das muss man sich in diesem Buch alles selbst erarbeiten. Man muss für sich selbst entscheiden, wer gut und wer böse ist, denn das ist nicht immer ganz so einfach. Außerdem würde euch das einen Hinweis auf das Mysterium um Marlon geben und das wäre ja blöd, denn dann ist die Überraschung weg ;) . 

Die Idee hinter der Geschichte hat mir gut gefallen, aber viel besser noch fand ich die anderen kleinen und großen "fantastischen" Ideen, die die Autorin in das Buch eingebaut hat. Ich hatte Spaß dabei diesen Teil von Marlons "Welt" kennen zu lernen und mich von den Dingen überraschen zu lassen.

Die Atmosphäre des Buches würde ich wohl als "bedrückt" bezeichnen. Es schien mir fast so, als würde über allem eine dicke Regenwolke hängen und dass man jeden Moment mit deren Ausbruch rechnen muss. In anderen Büchern hätte mich das wohl gestört, aber zu Noas und Marlons Geschichte hat es einfach gepasst. Das Buch ist nachdenklich, melancholisch aber auch romantisch. Es ist eine ganz ungewöhnliche Mischung, die HIMMELSFERN zu einem ganz eigenen Lesevergnügen machen.

Insgesamt bekommt HIMMELSFERN allerdings "nur" 3 Pancakes von mir, da die erste Hälfte mir einfach zu langatmig war. Eine Leseempfehlung bekommt das Buch dennoch von mir :) !


Kommentare:

  1. Huhu :)
    Habe das Buch hier noch rumliegen und hatte irgendwie genau so ein Gefühl, dass es so sein wird, wie du in deiner schönen Rezension beschreibst. Dinge gibt's! :) Werde es noch ein wenig liegen lassen, bis es mich mal überkommt.

    Liebe Grüße
    Shanty

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    1. Haha, das ist ja witztig :D ! Ich wünsche dir, dass es dir ein wenig besser gefällt als mir ;) Werde auf jeden Fall die Augen nach deiner Rezension offen halten :)

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  2. Diese Langatmigkeit hat mich auch etwas gestört. Man hätte hier einiges kürzen können. Mir ging's irgendwo in der Mitte des Buches so, den Anfang fand ich selbst eigentlich noch gelungen :-)

    Aber nach der Rezi verständlich, warum du nach einer anderen Lisa suchst :-)

    Liebe Grüße

    Steffi

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    1. Ja der Anfang war echt gut, aber durch den langen Mittelteil ist der fast schon wieder in Vergessenheit geraten... zumindest bei mir.

      Ich fände es schade, wenn das Buch jetzt hier bei mir versauert, wo es doch vielleicht noch jemanden gibt, der es auch gerne lesen würde... und da es nun mal signiert ist, wäre eine Lisa schon super :D

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Hallöchen :)

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