26 Juli 2013

Rezension: Silber / Das erste Buch der Träume

- SILBER - BAND 1 / 3 - FJB - JUNI 2013 -

KLAPPENTEXT
Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …




MEINE MEINUNG 
Kerstin Gier hat es mal wieder geschafft und einen absoluten Pageturner geschrieben. Kaum angefangen hatte ich auch schon die Hälfte des Buches gelesen und konnte gar nicht mehr aufhören. So kam es dann, dass ich SILBER an einem einzigen Tag gelesen habe... verrückt.

Einen großen Anteil an meiner Faszination über das Buch macht Liv aus, die einfach ein super sympathischer Mensch ist. Sie ist nicht perfekt, aber überaus liebenswert, hat kecke Sprüche auf Lager und kann auch mal über sich selbst lachen. Trotz dessen, dass sie eine nicht ganz so einfache Kindheit mit vielen Umzügen hatte, ist sie nicht verbittert oder grundsätzlich schlecht gelaunt, sondern versucht immer alles positiv zu sehen. Natürlich kommt auch manchmal der Teenager rüber, wenn sie sich wie ein Trotzkopf verhält, aber in Anbetracht der Umstände ist das auch nur all zu verständlich. Auch ihre kleine Schwester Mia ist ein Charakter, den man schnell ins Herz schließt. Sie ist ihrer großen Schwester sehr ähnlich und zusammen bilden die beiden ein wirklich gutes Team. Vor allem dann, wenn es darum geht, Rätsel zu lösen. Endgültig für sich gewonnen haben die beiden mich, als Liv angefangen hat, Sherlock Holmes zu zitieren...Ich liebe Sherlock Holmes und seine Geschichten und da sind mir Gleichgesinnte doch sehr willkommen.

Nach einem überaus lustigen Start in die Geschichte geht es ebenso unterhaltsam weiter und ich hatte wirklich viel Spaß beim Lesen. Einerseits wegen der Charaktere und ihren Eigenarten, andererseits aber auch wegen den vielen liebevollen kleinen Details, die das Buch so besonders machen. Ich muss sagen, ich wusste vorab nicht viel über das Buch, nur, dass es ums Träumen geht, so viel verrät der Klappentext ja auch. Umso überraschter war ich, dass das nicht alles an "Übernatürlichem" ist, was SILBER zu bieten hat. Es geht auch um Dämonen...  Anfangs hat mich das ein wenig irritiert, weil ich den Zusammenhang nicht gesehen habe, aber mit der Zeit ergab dann doch alles einen Sinn und ich muss sagen, dieser war wirklich gut. Vor allem die Sache mit den Türen im Traum, die je nach Charakter unterschiedlich aussehen, hat es mir angetan. Wie meine wohl aussehen würde?

Es sind jedenfalls die Träume und besagte Türen, die Liv und die "Boygroup" ihrer Schule miteinander verbinden. Die vier Jungs könnten unterschiedlicher nicht sein, wodurch sich einige unterhaltsame Begegnungen ergeben, die mich öfters zum Lachen gebracht haben. Dass sie super mysteriös getan haben hat sie nicht weniger uninteressant gemacht und ich war, ebenso wie Liv, ganz neugierig darauf, ihr Geheimnis kennen zu lernen. Dabei lernt man aber nicht nur Sachen über das Träumen, sondern auch Dinge über die Jungs, die sie nicht immer nur in einem guten Licht dastehen lassen. Wobei auch hier nicht immer alles so ist wie es scheint. 

Für Liv am interessantesten ist Henry, mit dem ich am Anfang so gar nichts anfangen konnte, einfach aus dem Grund, weil er kaum ein Wort gesagt hat. Anfangs hätte ich auch gar nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet er es sein wird, für den Liv sich erwärmen kann. Aber wo die Liebe hinfällt, nicht wahr? Jedenfalls fand ich es sehr schade, dass man am Ende dann doch nicht allzu viel über ihn weiß. Ich finde ihn nett und interessant, aber leider blieb er für mich ein wenig blass und hat nicht unbedingt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Da das aber nun mal seine Art ist und es ja noch zwei weitere Bände geben wird, hoffe ich einfach mal darauf, mehr über ihn zu erfahren. Liv und ihn zu "beobachten" macht nämlich wirklich Spaß und sorgte beim Lesen auch für die "Ooh, wie süß!"-Momente, und die habe ich ziemlich gern. 

Ziemlich gut fand ich noch die Idee mit dem Tittle Tattle Blog, den ihr euch hier anschauen könnt: http://www.tittletattleblog.de/ ! Die Posts sind in das Buch miteingebettet und lockern die Handlung auf. Sie dienen aber auch als eine sehr interessante Informationsquelle, was die Schüler angeht. Ich bin ja mal gespannt, wer dahinter steckt und welche Rolle dieser Blog noch spielen wird. 

Die Traumtüren, Dämonen, Rätsel, Sherlock Holmes, Liv, die kleine Liebesgeschichte, sehr viel Spannung und ein absolut aufregendes Finale machen SILBER fast zu einem perfekten Buch. Aber eben nur fast. Zumindest für mich. Denn, so leid es mir auch tut, aber dieser entscheidende Moment, in dem der sagenumwobene Funken endgültig überspringt, war nicht da. Versteht mich nicht falsch: Ich finde das Buch klasse und ich habe es unglaublich gerne gelesen, aber es war für mich kein perfektes Gesamtbild. Die Träume und die Sache mit den Dämonen gehören zwar zusammen und ergeben zusammen auch Sinn, aber irgendwie konnte ich es an manchen Stellen einfach nicht ernst nehmen, so wie es Liv am Anfang auch erging. Mir haben ein paar kleine Erklärungen gefehlt, die wohl hätten Licht in die Sache bringen können, aber vielleicht kommen sie ja noch. Wahrscheinlich erging es nur mir so, aber vielleicht beruhigt es euch ja, dass nur ganz wenig zu der perfekten Endnote gefehlt hat. 

Um aber mit etwas positiven zu enden: Wer Kerstin Giers Schreibstil in RUBINROT mochte, wird den von SILBER lieben. Die lockere Art und die Ich-Perspektive in Kombination mit dem Charakter Liv sind super :) !

FAZIT

Sie hat es wieder getan, die Autorin von RUBINROT, und ein Buch gezaubert, das die Seiten nur so dahinfliegen lässt. SILBER besticht mit einer neuen Idee, die mir persönlich sehr gut gefallen hat und mit einer Protagonistin, die man einfach gerne haben muss. Nicht wahr, Käsemädchen :) ?  SILBER ist ein gelungener Mix aus Fantasy, Krimi, Liebesgeschichte und auch ein bisschen Gossip-Girl, der in London einen tollen Schauplatz bekommen hat. Mit viel Liebe zum Detail hat Kerstin Gier eine Geschichte geschaffen, die einfach Spaß macht und von der man nicht genug bekommen kann. Daher könnte für mich Teil zwei lieber heute als morgen erscheinen ;).

Wegen ein paar klitzekleiner Kritikpunkte bekommt SILBER keine 5 Pancakes (es muss ja auch noch Raum zur Steigerung da sein), sondern 4. Naja, eher 4 1/2, aber die habe ich nicht, denkt euch den halb aufgegessenen einfach dazu :) !




Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Rezension und ich muss sagen ich werde von den ganzen Rezensionen immer heißer gemacht dieses Buch zu lesen :D
    Manno.
    Bald, bald lese ich es :D

    Liebst, Lotta

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    1. Dankeschön! Du solltest es wirklich unbedingt lesen :)

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  2. Wirklich ein Pageturner! Habe mich aber dagegen entschieden und mir das Buch eingeteilt. Schrecklich, ich weiß. Aber Band 2 kommt ja erst 2014 und das war mir dann doch zu schrecklich ^^

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    1. Ich finde aber, das Ende ist durchaus so, dass man nicht total verzweifelt auf Band 2 wartet. Zum Glück ;)

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  3. Eine wahrlich erfrischende und detailreiche Rezension, zu einen Buch, das offensichtlich in nahezu jedem Buchregal schimmern muss. Danke schön für diese Empfehlung!

    Beste Sommergrüße,
    Kora

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    1. Ich glaube, es gibt kaum einen Rubinrot-Fan, der dieses Buch nicht besitzt, das stimmt schon ;)

      Danke für das Lob :)

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  4. Eine tolle Rezension! Ich war von "Silber" auch ziemlich begeistert. Jetzt habe ich wenigstens ein Kerstin Gier Buch gelesen! :P
    Ich liebe ihren Stil - der ist so locker, lustig, voller Ironie und einfach frisch! :)
    LG Jan

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    1. Kennst du "Rubirot" etwa nicht? OOoooooh, dann wird es aber Zeit :) !!

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  5. Deine Rezension hat mich dazu gebracht das Buch zu kaufen und ich hatte es auch sofort an einem Tag (bzw. eher einer Nacht) durchgelesen! Ich konnte einfach nicht mehr aufhören.
    Wie du schon geschrieben hattest, ein echter Pageturner ;)
    Ich hatte schon lange nicht mehr bei einem Buch so oft laut auflachen müssen!
    Auch für mich war es das erste Kerstin Gier Buch, aber ich denke ich werde mir auch bald ihre Edelstein Trilogie zulegen, da mich ihr Schreibstil einfach ziemlich angesprochen hat :)
    LG

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  6. Tolle Rezension! :)
    Mir hat das Buch ebenso gut gefallen, Henry als etwas schweigsamerer Charakter fand ich gar nicht mal so schlecht. Im Vergleich mit Gideon (der ja doch etwas draufgängerischer ist) aus der Edelsteintriologie kann er aber leider nicht mithalten :D. Mir hat er aber trotzdem gefallen, da er eben nicht der typische Jugendbuchcharakter ist.
    Insgesamt hat mir bei diesem Buch aber auch das gewisse Etwas gefehlt, das Rubinrot hatte. Ich weiß nicht ... vielleicht weil die Liebesgeschichte dort stärker war (meiner Meinung nach). Hier hat mir ein bisschen das für Kerstin Gier typische Kribbeln im Bauch gefehlt, obwohl ich die beiden Charaktere trotzdem sehr gelungen fand!
    Kerstin Giers Schreibstil ist für mich sowieso aller erste Klasse, mir sind bisher nur sehr, sehr wenige Bücher über den Weg gelaufen, bei denen es mir genauso erging! :-)
    Kennst du die "Susannah" Reihe von Meg Cabot? Diese Reihe finde ich ebenso großartig wie die Edelsteintriologie! Und die Art der Personen sowie der Schreibstil ist sehr ähnlich wie bei Frau Gier.
    LG

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