16 Mai 2013

Rezension: Enders

- BAND 2 (2/2) - ivi - MAI 2013 - ORIGINALTITEL: ENDERS -

KLAPPENTEXT (ACHTUNG SPOILER ZU BAND 1)

"Die 16-jährige Callie lebt in einer Welt, in der eine unheimliche Katastrophe alle getötet hat, die nicht schnell genug geimpft werden konnten – nur sehr junge und sehr alte Menschen haben überlebt. Während die Alten ihren Reichtum seitdem stetig mehren, verfallen die Jungen einer anscheinend ausweglosen Armut. Die einzige Möglichkeit für die jugendlichen Starters, an Geld zu kommen, war bislang die Body Bank. Dort konnten sie ihre Körper an alte Menschen vermieten, um so ihr Überleben zu sichern. Callie ist es gelungen, die Machenschaften des skrupellosen

Instituts zu stoppen. Doch nun sieht sie sich einer viel größeren Gefahr gegenüber: Der Old Man, der mysteriöse Leiter der Body Bank, ist entkommen und trachtet Callie nach dem Leben. In einer erbarmungslosen Jagd wird ihr klar, dass das Geheimnis des Old Man dunkler ist, als sie es jemals erahnen konnte. Denn der Schlüssel dazu liegt in ihrer eigenen Vergangenheit verborgen."


MEINE MEINUNG

Callie, Callie Callie... Dieses Mädchen hat mich in Enders einige Nerven gekostet. Aber fangen wir doch ganz vorne an.

Es ist schon ein ganzes Weilchen her, seit ich den ersten Band Starters gelesen habe (ein ganzes Jahr, um genau zu sein). Daher hatte ich natürlich große Angst, nicht  in den Folgeband reinzukommen, aber diese wurde mir genommen, als Callie in den ersten Kapiteln noch mal kurz zusammenfast, was ihr alles passiert ist. So fand ich doch schnell wieder in die Geschichte rein. Dennoch war einiges anders. Ich konnte nicht mehr dieselbe Verbindung zu Callie aufbauen, wie es noch in Starters der Fall war. Vielleicht liegt es daran, dass sie selbst aufgrund ihrer Erfahrungen etwas distanzierter geworden ist,  vielleicht aber auch an ihrem Verhalten, was ich teilweise nicht nachvollziehen konnte.

Wer Band 1 gelesen hat weiß, dass Callie ziemlich schlimm von einem Jungen enttäuscht wurde, auch wenn der eigentlich nichts dafür konnte, sondern der böse Old Man, der Callie übel mitgespielt hat. Dass ihr Vertrauen in andere, fremde Menschen dementsprechend gestört ist, ist da ja nur selbstverständlich. Oder sollte es zumindest sein. Deshalb war ich doch ziemlich überrascht, als Callie einem Jungen vertraut, der mit seinem verpanzerten SUV bei ihr auftaucht und ihr sagt, sie könne nicht mehr nach Hause zurück und sei nur bei ihm sicher.  Gut, er hat sie kurz vorher gerettet, ist danach aber ohne ein Wort wieder verschwunden, aber das hätte ja auch inszeniert sein können oder was auch immer. Auf was für kranke Ideen man kommen kann, das hat man ja schon in Starters sehen können. 

Nun ja. Ich hab das dann alles erst mal so hingenommen und Callie einfach mal machen lassen. Ich glaube, wenn ich ständig eine Stimme in meinem Kopf hätte, die mir sagt was ich tun soll und mich dann auch noch kontrollieren könnte, dann würde ich auch nach jedem möglichen Strohhalm greifen, der sich mir bietet. Ich meine, schlimmer kann es ja eigentlich nicht kommen, oder?

Hyden, besagter Junge, machte dann mit der Zeit doch einen guten Eindruck auf mich, vor allem nachdem er Callie sein wohl schlimmstes Geheimnis erzählt. Er ist... Nein, das verrate ich nicht. Es ist jedenfalls etwas, was man sich schon denken kann und was ihn zu einem ganz besonderen Verbündeten für Callie macht. Die beiden wollen, dass die Starters, die einen Chip implantiert haben, in Ruhe vor dem Old Man leben können und starten eine Art "Rettungsaktion" - die allerdings zum Scheitern verurteilt ist... oder doch nicht?

Ich muss zugeben, dass mich die ersten 100 Seiten des Buches nicht besonders begeistern konnten. Mir war es zu viel Chaos, Gewusel und der rote Faden war für mich nicht erkennbar. Ich habe nicht jede Entscheidung und jede Vorgehensweise verstanden, was mich doch leicht verwirrt hat. Ich meine zwar, alle Hintergründe verstanden zu haben, aber dennoch gab es ein paar Sachen, die ich nicht so recht nachvollziehen konnte. Im Nachhinein wurden dann natürlich die meisten Sachen klarer. Für mich hat es sich zu einem bestimmten Zeitpunkt so angefühlt, als gäbe es einen "Bruch" im Buch, ab dem dann die eigentliche Handlung erst begonnen hat, nämlich die Verfolgung des Old Man. 

Ab da wurde das Buch dann spannend, allerdings nicht in dem Maße wie in Starters. Ich habe es wirklich gerne gelesen, dennoch war ich nicht so mittendrin. Ich war eher Beobachter als Teilnehmer, sofern das überhaupt möglich ist. Es gab immer mal wieder kleine Fehlerchen und naive und teilweise auch einfach dämliche Entscheidungen von Callie und Hayden, über die ich mich doch sehr gewundert have. Was mir aber ziemlich gut gefallen hat waren die Enthüllungen über Hayden und den Old Man, mit denen ich so nicht gerechnet hätte und die viele Dinge, auch aus dem ersten Band, in einem ganz anderen Licht darstellen. Vermutlich müsste man mit dem Wissen aus Enders noch einmal Starters lesen und dann wäre es noch mal eine ganz andere Geschichte.

Der Showdown hatte einen sehr gemischten Charakter. Einerseits irgendwie wahnsinnig im Sinne von irre, andererseits aber auch echt spannend! Mein Mantra war: Oh Gott tu das nicht , oh Gott tu das nicht, oh Gott tu das nicht...  es war wirklich spannend!

Zu bemängeln habe ich in Enders, wie auch schon in Starters, das Ende. Da wird das Thema vorher so aufgebauscht und dann am Ende nur kurz abgehandelt und das, was mich eigentlich interessiert hat, nämlich wie es nach dem "Showdown" weitergeht, nur kurz angesprochen. Zumal Callie auch hier wieder eine Entscheidung trifft, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte, weil sie eigentlich allem widerspricht, was sie sich vorher geschworen hat. Vielleicht ist das auch nur meine Meinung, aber ich war damit einfach nicht zufrieden. Potenzial für einen dritten Teil wäre auf jeden Fall da  und ich bin ein wenig enttäuscht darüber, dass es keinen geben wird (zumindest ist das der derzeitige Standpunkt).

Fehlt da nicht noch was? Genau, die Love-Story fehlt noch. Das Positive ist, dass es in Enders keine Dreiecksbeziehung gibt. Das Negative allerdings: Es passiert dahingehend eigentlich nicht viel. Zwischen Callie und Hyden bahnt sich etwas an, allerdings steht das wirklich im Hintergrund der Geschichte und findet durch alles was Drumherum passiert kaum Platz sich zu entwickeln. Ich mochte die beiden zusammen aber ganz gerne und glaube, dass aus ihnen durchaus ein gutes Paar werden kann, wenn sich erst mal Normalität ausbreitet.

Puh. Ich weiß, das klingt jetzt nicht wirklich überragend und fast so, als hätte das Buch mir nicht gefallen. Das Buch hat mir aber gefallen und ich habe es auch echt gerne gelesen, als dann die richtige und spannende Handlung angefangen hat, aber ich finde, es kann mit seinem Vorgänger nicht mithalten.

FAZIT
Enders ist ein gelungener Folgeband von Starters, der aber nicht ganz an dessen Originalität und Spannung anknüpfen kann. Meine Beziehung zu Callie war etwas distanzierter als zuvor, wodurch ich nicht mit ganzem Herzblut dabei war. Schade eigentlich, denn ab dem zweiten Drittel des Buches wird es wirklich spannend! Ich kann allen Fans von Starters die Fortsetzung ans Herz legen und euch nur raten, euch den ersten Band noch einmal ganz genau anzuschauen ;) Alles in allem ein gutes Buch, wenn auch mit einigen (aus meiner Sicht) Macken in Bezug auf das Verhalten der Protagonisten. Zu einem dritten Band würde ich hier ausnahmsweise Mal nicht nein sagen, denn es gibt noch so viel, was ich wissen will!

3 Pancakes für Enders.



Kommentare:

  1. Schade, dass es dich nicht so begeistern konnte :-(
    Mir gefiel es sogar besser als 'Starters' :-D
    Auch wenn ich am Anfang auch das ein oder andere 'Problem' hatte - gerade die Wendungen haben es dann herausgerissen :-)

    Glg
    Steffi

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    1. Ja finde ich auch. Hatte auch echt mehr erwartet.
      Die Wendungen fand ich ja echt klasse, aber Callie hat mir leider nicht gefallen und das hat mich schon ziemlich gestört. Schade :/

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  2. Ich teile Deine Meinung total! Ich war vor allem vom Ende enttäuscht und irgendwie wurde ich nicht wirklich mitgerissen :(
    Callies widersprüchlichen Entscheidungen waren wirklich zum....

    Lieben Gruß

    Rica

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    1. Wie gut, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht. :D

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  3. Das Buch klingt vom Inhalt her sehr interessant. Starters habe ich leider bisher noch nicht gelesen und werde es mir dann auch noch mal überlegen, wenn der zweite Teil dich nicht so sehr begeistern konnte. Für mich sind die Enden eines Buch immer recht wichtig. Schöne und ausführliche Rezension ;)

    LG Jens

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    1. Ja die Enden sind einfach nicht "rund". Weder vom Tempo noch von der Handlung her. Das ärgert mich total,weil das für mich auch echt wichtig ist.

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  4. Ach Gott bin ich froh, dass mir das Buch nicht als einzige nicht so gut gefallen hat. Meine Rezension ist schon geschrieben, werde sie wohl heute oder morgen veröffentlichen :)

    LG, Sandrina

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    1. Ich dachte, ich veröffentliche die Rezension einfach gleich :D

      http://johannisbeerchens-buecher.blogspot.de/2013/05/rezension-enders-lissa-price.html

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  5. Ich hätte ja gehofft, dass Lissa Price beim zweiten Band ein schönes, abgeschlossenes Ende bringt, schade, dass dem anscheinend nicht so ist^^
    Naja, vielleicht wird der dritte Band dann ja "Die Enthüllung" und es bleiben endlich mal nicht die wesentlichen Fragen offen :D

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    1. Es ist doch nur eine Dilogie, also kommt da nichts mehr :-)

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  6. Was, das Buch ist schon draußen?! :O In meiner Buchhandlung gabs das noch gar nicht :/ Aber echt schade dass es am Buch mehreres zu kritisieren gab, ich hatte mich auf "Enders" echt gefreut... Aber kaufen werd ich es trotzdem :)
    Tolle Rezi weiter so! =^-^=

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  7. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  8. Schade, dass die englische Ausgabe weiter auf sich warten lässt. Da werde ich mich wohl entscheiden müssen, wie neugierig ich bin ... XD

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