09 Januar 2013

Rezension: Nashira

Nashira

Licia Troisi

Verlag: Heyne fliegt (Dezember 2012)
Seiten: 512
Preis: 12,99€ (TB)
Band 1 von (bisher) 2
Originaltitel: I Regni di Nashira
Wertung: ❤❤❤❤



Klappentext

Im Königreich Nashira wird der Sauerstoff zu einem knapp bemessenen Gut. Einzig eine Priesterkaste kann durch eine uralte Magie bewirken, dass die Luft zum Atmen nicht gänzlich versiegt. Die junge Talitha ist dazu auserwählt, in einem einsamen Kloster eine dieser Priesterinnen zu werden. Doch sie erträgt die feindselige Atmosphäre dort nicht und flieht schließlich in Begleitung ihres treuen Dieners Saiph. Was sie nicht weiß: Saiph liebt sie schon seit Langem heimlich. Ihre gemeinsame Suche nach einer sagenumwobenen Stadt in der Wüste bringt sie einander näher – und stellt die beiden gleichzeitig vor die größte Herausforderung ihres Lebens, denn namenlose Gefahren lauern dort draußen und drohen ganz Nashira zu vernichten …


Meine Meinung

Nashira ist wohl ein gutes Beispiel für ein Verlass-dich-nicht-alleine-auf-den-Klappentext-Buch. Anhand des Klappentextes hätte ich eher eine Liebesgeschichte erwartet, als dass, was ich wirklich im Buch vorgefunden habe: Eine Mischung aus Fantasy und Dystopie mit einer gehörigen Prise Abenteuer und Krimicharakter.

Zugegeben, der Anfang ist etwas schleppend. Erzählt wird die Geschichte aus der "Er-Perspektive". Talitha wird also als "sie", "das Mädchen" und "die junge Gräfin" bezeichnet. Anfangs fand ich dasein wenig störend, weil es mich davon abgehalten hat, eine Beziehung zu Talitha aufzubauen. Im Laufe der Geschichte fällt es dann aber gar nicht mehr so schlimm auf. Man gewöhnt sich ja an alles, aber ich mag einfach die "Ich-Perspektive" lieber.  

Zudem dauert es etwas, bis Schwung in die Sache kommt. Was im Klappentext in den ersten 4 Sätzen abgehandelt wird, dauert im Buch schon mal so 200 Seiten. Langweilig ist es nie, aber irgendwie wartet man schon darauf, dass es weiter geht, weil man ja schon weiß, was passiert. In der Zeit, in der die Spannung aufgebaut wird, hat man dafür erst mal Zeit, Talitha, Saiph und die Welt, in der sie leben, kennen zu lernen.

Talitha ist ein selbstbewusstes junges Ding, was aber manchmal auch etwas hochnäsig rüberkommt. Dennoch hat sie das Herz am rechten Fleck und ist ein sehr sympathischer Charakter. Sie interessiert sich für die Garde und geht in ihrem Kampfstunden auf. Wer ihr etwas befehlen will, muss sich warm anziehen, denn sie ist ziemlich stur und weiß was sie will und was eben nicht - nämlich ins Kloster zu gehen. Ich mag ja solche mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Protagnistinnen :).

Saiph ist ein sehr ruhiger Charakter, der sich scheinbar allem fügt und für manch einen wohl den perfekten Sklaven darstellt. Talithas offene Art fordert ihn und seine Geduld immer wieder heraus, dennoch bleibt er stets beherrscht und kümmert sich gut um Talitha. Er ist eine treue Seele und empfindet mehr für sie, als er wohl sollte. Auch er ist ein sympathischer Charakter, aus dem aber noch einiges herauszuholen ist.


Saiph ist nur ein Sklave von vielen. Mit jeder Seite mehr erfährt man, wie schlecht es um die Sklaven im Hause von Talithas Vater bestellst ist. Er schreckt nicht davor zurück, Sklaven wegen eines kleinen Vergehens umzubringen, um an ihm ein Exempel zu statuieren. Das Buch macht an solchen Stellen wirklich wütend, vor allem dann, als man erfährt, dass es überall in Nashira so zugeht. Das System ist ungerecht und schreit geradezu danach, endlich umgeworfen zu werden... Talitha und Saiph werden in dieser Hinsicht noch eine wichtige Rolle spielen.

Das eigentliche Abenteuer beginnt mit Talithas Ankunft im Kloster. Hier macht sie nämlich zwei furchtbare Entdeckungen. Eine ist, dass auch das Kloster nicht ohne Makel ist, die andere, dass ihre Welt in Gefahr schwebt und sie die Einzige ist, die etwas daran ändern kann. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, in dem Talitha und Saiph sich vielen Gefahren stellen müssen. Auf ihrer Reise erleben sie viele schreckliche Dinge und Talitha, die sonst recht behütet aufgewachsen ist, sieht sich einer Welt gegenüber, deren Bild sie noch mal überdenken muss. 

Ab einem gewissen Punkt ist es echt schwierig, das Buch aus der Hand zu legen. Eine Atemlose Hetzjagd beginnt, der Ausgang ungewiss und deren Ziel unbekannt ist. Man erlebt mit, wie Talitha und Saiph eine Entwicklung durchmachen, die vor allem auch durch den anderen beeinflusst wird. Im Klappentext deutet alles auf eine Liebesgeschichte hin, aber diese werdet ihr in Nashira nicht finden. Die Freundschaft der beiden wird noch stärker, ihr Verantwortungsgefühl dem jeweils anderen gegenüber größer, aber eine Liebesbeziehung entwickelt sich nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ich war jedenfalls begeistert von der atemberaubenden Geschichte, die gleichzeitig auch zum Rätseln einlädt. Es gilt Hinweise zu sammeln, sich zu verstecken, neue Pläne auszuhecken, aber auch einfach darum, zu überleben. Ein Schlag folgt dem anderen. Gemeinsam mit Talitha und Saiph erkundet man Nashira und seine dunklen Geheimnisse. Es ist eine zugleich faszinierende, aber auch erschreckende Welt. Licia Troisi hat mit Nashira eine wirklich außergewöhnliche Fantasywelt erschaffen, die zusätzlich mit einem Hauch von Dystopie verfeinert wurde. Für mich eine tolle Mischung!

Fazit

Nashira wird seinem Klappentext nicht gerecht und das ist auch gut so! Fans von Abenteuergeschichten, die auch mal die Mischung Fantasy und Dystopie ausprobieren wollen, sollten es unbedingt mal mit diesem Buch versuchen! Es ist spannend, rätselhaft und macht Lust auf mehr. Wer sich nicht sicher ist, sollte es mal mit der Leseprobe versuchen, denn ich könnte verstehen, wenn der Schreibstil nicht jedermanns Sache ist. Bis auf die Perspektive hat er mir aber wirklich gut gefallen! In Talitha und Saiph steckt auf jeden Fall noch eine Menge Potenzial!

4 Pancakes für Nashira!


Die Reihe

Kommentare:

  1. Ohhh, von diesem Buch hab ich noch nie was gehört! Schön, dass es dir gefallen hat, ich werd's mir auf jeden Fall auf die Wunschliste schreiben...ich find's immer gut, wenn ich noch Bücher finde, die nicht so groß gehypt werden :)

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    1. Ja, irgendwie ist dieses Buch nicht so bekannt. Ich kann gar nicht verstehen, warum. Lohnt sich :)!

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  2. Hm, das klingt ja echt nach einem interessantem Buch, obwohl ich ja schleppende Anfänge immer so gar nicht leiden kann... Vielleicht probiere ich es ja doch mal mit dem Buch :)

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    1. Ich eigentlich auch nicht, aber hier fand ich es gar nicht so schlimm. Mich hat eher der Schreibstil anfangs irritiert. Aber auch daran gewöhnt man sich und dann liest er sich flüssig :)

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Hallöchen :)

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