02 Oktober 2012

Rezension "White Horse"



White Horse

Alex Adams

Verlag: Piper
Seiten: 448
Preis: 16,99€ (TB)
Band 1 von 3
Originaltitel: White Horse
Wertung: ♥♥
Danke an Piper, die das BUCH für eine LESERUNDE AUF LOVELYBOOKS zur Verfügung gestellt haben.

Klappentext                                                                                                                                            

Die junge Zoe entdeckt in ihrer Wohnung ein merkwürdiges Glasgefäß, dessen Herkunft sie sich nicht erklären kann. Es enthält ein furchtbares Geheimnis. Denn als Zoe den Behälter öffnet, breitet sich eine geheimnisvolle Seuche aus, »White Horse«. Unzählige Menschen sterben, das Ende aller Zeiten scheint gekommen. Zoe verliert nicht nur ihre Familie, sondern auch ihren geliebten Nick, der verschwunden ist. Und sie stellt fest, dass sie von ihm schwanger ist. Auf sich allein gestellt, zählen für Zoe bald nur noch zwei Dinge – wird sie Nick wiederfinden, um das Geheimnis von »White Horse« zu lüften? Und wie kann sie ihr ungeborenes Kind in einer Welt beschützen, die dem Tod geweiht ist?


Meine Meinung                                                                                                                                     

Das erste, was ich von White Horse lernen musste war, dass es definitiv kein Buch für Jugendliche ist, sondern für Erwachsene.  Das Buch übertrifft alle dystopischen Romane, die ich bisher gelesen habe, an Brutalität und Gewalt. Bereits nach wenigen Seiten war ich auf 180, weil ich das Verhalten mancher Personen so abscheulich fand. Das Buch ist nichts für schwache Nerven und Menschen mit Gerechtigkeitssinn, denn beides wird mehrere Male auf die Probe gestellt.

An einigen Stellen musste ich mich zum Weiterlesen regelrecht zwingen, weil ich mich wirklich unwohl gefühlt habe. Aber das sehe  ich nicht durchweg negativ. Das ist nun mal eine Eigenschaft dystopischer Romane, sie wollen nicht nur gefallen, sie wollen ja auch die düstere Stimmung ihrer Welt vermitteln und das schafft White Horse wirklich gut. Wer also düstere und atmosphärische Bücher mag, dem wird das Buch bestimmt gefallen. 

Ja, White Horse ist brutal und manchmal nur mit unangenehmem Gefühl zu lesen, aber das ist nicht der Grund, warum mir das Buch nicht gefallen hat.  Was mich gestört hat ist das Ende, und die vielen unbeantworteten Fragen, die damit zusammenhängen. 

Anfangs war ich noch fasziniert von der Seuche White Horse, ich wollte wissen, wo sie herkommt, wer sie erschaffen hat und wozu, warum sie sich so schnell verbreitet, wie genau sie wirkt und was der Sinn der ganzen Sache ist. Ich habe die ganze Zeit auf das Ende und die Auflösung hingefiebert. Aber dann, nach der letzten Seite, hatte ich mehr Fragen als Antworten.

Alex Adams hat sich zu Beginn des Buches viele Dinge wie „Die Büchse der Pandora“ und sich komisch verhaltene Tiere einfallen lassen, um damit die Geschichte geheimnisvoll und mysteriös zu machen.  Das ist ja schön und gut, wenn dann am Ende wenigstens aufgelöst würde, warum diese Büchse da war und warum die Tiere so durchdrehen. Aber: Nichts. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Sachen fallen mir ein, die einfach keinen Sinn zu machen scheinen und Fragen, die nicht beantwortet werden. Für mich ist das leider ein absolutes No-Go. Das Ende fühlte sich für mich einfach lieblos geschrieben an und der Autor kann noch so viel „Happy End“ schreiben wie er will, meine lange Liste von Fragen vergesse ich deshalb nicht.

Eigentlich ärgert mich und enttäuscht mich das Ende mehr, als dass ich es schlecht finde. Es hätte wirklich gut werden können. Aber nach 450 Seiten dann einfach planlos stehen gelassen zu werden? Ich könnte euch auf Anhieb 10 Dinge nennen, die nicht aufgelöst werden, aber das wären zu viele Spoiler.

Dabei hat es doch so gut angefangen. Die Geschichte wird aus 2 unterschiedlichen Zeiten, dem „Damals“ (vor dem Ausbruch der Seuche) und dem „Jetzt“ (nach dem Ausbruch der Seuche) geschildert. Eigentlich ja eine tolle Idee! Was da aber gefehlt hat, ist der Übergang. Von einem Moment auf den anderen sind 90% der Menschen tot und der Rest ist mutiert oder durch einen glücklichen Zufall nicht durch die Seuche betroffen. Hinzu kommt aber noch, dass alles noch mit irgendeinem Krieg und dem Spielen mit dem Wetter zu tun hat, was aber auf nur 2 Seiten abgehandelt wird und somit absolut nicht nachvollziehbar war. 

Was ich auch überhaupt nicht verstanden habe, war das Verhalten der 31-jährigen Protagonistin. Jetzt mal angenommen, ihr findet in eurer Wohnung, die mit vielen Türschlössern und diversen anderen Sicherheitseinrichtungen verschlossen ist, ein Gefäß, was ihr da nicht hingestellt habt. Was schließt ihr daraus? Richtig, es muss wohl eigebrochen sein. Was tut ihr? Ihr geht zur Polizei… FALSCH! Ihr geht zu einem Therapeuten und erzählt, das Gefäß sei euch im Traum erschienen… 

Dann, später, merkt ihr, dass Leute, die mit dem Gefäß in Berührung kommen, krank werden und das obwohl das Gefäß verschlossen ist. Zudem sieht es noch aus wie die „Büchse der Pandora“ von der wohl jedermann weiß, dass sie nichts Gutes bedeuten kann. Was tut ihr? Ihr bringt sie zu Spezialisten und lasst sie untersuchen…FALSCH! Ihr haut sie kaputt und versteckt die Überreste in einem Pappkarton in eurem Schrank! 

Bitte was?!

Ganz ehrlich, je länger ich über das Buch nachdenke, desto mehr unlogische und nicht-nachvollziehbare Sachen fallen mir ein… 

Deswegen mache ich an dieser Stelle mal Schluss und komme zu meinem Fazit.

Fazit                                                                                                                                                         

White Horse ist düster, atmosphärisch und spannend, keine Frage, aber leider hat das Ende mir alles vermasselt. Die vielen Fragen, die im Buch aufgeworfen werden, bleiben auch am Ende noch bestehen und die Auflösung ist mehr als dürftig.  Normalerweise hat ja jedes Buch so eine Art „Message“, die es vermitteln will, gerade bei den dystopischen Romanen ist das so, aber diese ist in White Horse leider nicht da, oder aber auch nicht nachvollziehbar, weil einfach zu wenig Fragen beantwortet werden. Schade, denn mit einer guten Auflösung hätte das Buch mir wirklich gefallen können,  so aber war es einfach nur ein großes, nicht nachvollziehbares Durcheinander. Hinzu kommt noch das Verhalten der Protagonistin, das, je länger ich darüber nachdenke, einfach komisch und auch naiv ist. 

Das Buch würde ich daher nur Lesern empfehlen, die düstere Bücher mögen, egal ob gut erklärt oder nicht. Wer aber ein Freund der Logik ist, wird mit diesem Buch wohl nicht glücklich werden.

Es gibt noch 2 Folgebände, aber da der zweite Band Red Horse einige Jahre nach White Horse spielt und es sich um eine andere Protagonistin dreht, vermute ich mal, dass die Fragen, die noch bleiben, nicht aufgelöst werden. Wenn doch, dann ist das natürlich gut, aber ich werde es nicht mitbekommen, denn lesen werde ich den zweiten Teil nicht.

Da ich ein Auge zudrücke bekommt White Horse 2 Pancakes von mir. Der Ausdruck des zweiten Pancakes passt einfach am besten zu meinem Gefühl dem Buch gegenüber: Enttäuschung :( 








Kommentare:

  1. :-)
    War ja zu erwarten... :-) Ich habe es schon als "Erwachsenenbuch" angefordert und daher war mir bewusst, dass es nicht ganz so lieb und nett ist... Ein klein wenig besser fand ich es, aber als Empfehlung geht es bei mir auch nicht durch :-)

    glg
    Steffi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ist schon ein bisscehn verwirrend wenn da steht: "Die junge Zoe"... Klar, 31 ist noch jung, aber man könnte das auch falsch verstehen. So wie ich x)

      Löschen
  2. Oje, das hört sich richtig doof an ^^
    Ich mag solche düsteren Bücher eigentlich nicht. Wenn ich so ein düsteres Buch lese, bin ich den ganzen Tag total leicht reizbar und ärgere mich :D Schlechte Laune ist da vorprogrammiert. Deshalb lass ich es bei solchen Büchern gar nicht erst drauf ankommen ^^
    Obwohl sich White Horse vom Klappentext her sehr interessant anhört :) Ich werd es aber trotzdem nicht lesen ^^
    Gaaanz liebe Grüße :D

    AntwortenLöschen
  3. Ach herje, das steht als nächstes auf meiner Leseliste.
    Gut, ich wusste, dass kein Buch für Jugendliche ist. Und ich habe bisher auch noch kein Buch in diese Richtung gelesen. Eigentlich habe ich das Buch gekauft (Gutschein gelöst) um mal zu testen, ob solche Bücher etwas für mich sind. Mal schauen wie viel ich vertrage xD .. gut, das mit der Logik stört ich jetzt ein bisschen. Naja, wir werden sehen! Das Cover und die Aufmachung sind ja so toll, da ist ja schade, wenn der Inhalt nicht passt.

    AntwortenLöschen
  4. Ich fand das Buch auch nicht wirklich toll! Hatte danach immer schlechte Laune:/

    AntwortenLöschen
  5. Hmmm, da muss ich echt nochmal überlegen, ob ich das Buch wirklich lesen möchte. Interessant klingt es ja, aber ich bin ein sehr gerechtigkeitsliebender Mensch, der auch gegen ein wenig Logik in Büchern nichts einzuwenden hat.
    Mal schauen...das Buch steht auf meiner Büchereiliste...vielleicht hat meine Bücherei es ja auch gar nicht.^^

    Viele Grüße
    Miriam

    AntwortenLöschen

Hallöchen :)

Schön, dass du einen Kommentar hinterlassen willst! Ich freue mich immer über Feedback! Meine Antwort zu deinem Kommentar findest du, wenn ich sie geschrieben habe, immer direkt unter deinem :)

Liebe Grüße :)