11 September 2012

Rezension "Drachenhaut"


Drachenhaut

Frances G. Hill

Verlag: arsEdition (Juli 2012)
Seiten:  464
Preis:  18,99€ (HC)
Einzelband
Wertung: ♥♥♥


Danke an arsEdition, die mich bei Blogg dein Buch für das Rezensionsexemplar ausgewählt haben!

Klappentext                                                                                                                                             

Böse Gerüchte schwirren unaufhaltsam durch das Land Mohor: Der Naga, der Gott der Schlangen, soll den Kronprinzen verflucht haben. Gibt es Rettung für den stolzen jungen Mann? Fernab der höfischen Ängste und Ränke wächst unterdessen das Waisenkind Lilya behütet im Haus ihres Großvaters auf. Ihr Leben ändert sich jedoch von Grund auf, als auch ihr eines Tages der Naga erscheint. Warum greift der Schlangengott in Lilyas Schicksal ein? Als plötzlich feine Zeichnungen auf ihrer Haut erscheinen, wird das junge Mädchen zu einer Gejagten, deren Schicksal mit dem des Prinzen auf geheimnisvolle Weise verwoben ist und der eine magische Verwandlung bevorsteht. 

Meine Meinung                                                                                                                                        

Als ich das Buch bei Blogg dein Buch entdeckt habe, war ich gleich Feuer und Flamme. Fantasy mit Bezug auf Mythisches und ein so verlockend klingender Klappentext? Da bin ich doch dabei!

Leider konnte das Buch mich nicht so begeistern, wie ich es gehofft hatte.

Der Prolog hat mir sehr gut gefallen, weil er im Märchenstil geschrieben ist und einen vielversprechenden Start in das Buch bietet. In ihm wurde ich aber mit vielen Eigenwörtern konfrontiert, mit denen ich erst einmal nichts anfangen konnte und bei denen es eine Weile gedauert hat, bis ich ihre Bedeutung erkannt habe. Soweit so gut. Dann allerdings geht es in die eigentliche Geschichte über und diese ist, wie auch der Prolog, eher in Märchen-Form geschrieben, als in einer Art, wie man sie aus den meisten Jugendbüchern kennt. Die Geschichte von Drachenhaut wird aus der Er-Erzählperspektive geschildert, was ja schon mal ein wenige mehr Distanz zu den Charakteren entstehen lässt, als die Ich-Perspektive; bei den meisten Büchern ist es aber trotzdem so, dass man die Gefühle der Protagonisten nachvollziehen kann und sich mit ihnen anfreundet. Bei Drachenhaut ist mir das aber leider nicht gelungen. Frau Hill hat einen schönen Schreibstil, keine Frage, aber mir waren es zu wenig Emotionen, die von der Protagonistin und den anderen Charakteren preisgegeben wurden, als dass ich mit ihnen hätte mitfühlen und mich in sie hätte hineinversetzen können.  So kam es, dass ich das ganze Buch über eine sehr distanzierte Beziehung zu den Personen und der Handlung hatte. Ich habe nicht mitgefühlt, ich habe hingenommen. 

Ebenso hat es mir an Erklärungen gemangelt. Im Buch ist die Rede von Drachen, Leopardenmenschen, dem Shâya, Magiern, dem Wüstenvolk und etlichem mehr… allerdings wird nichts über die Ursprünge verraten. Wo kommen die Drachen her, wie ist das Land aufgebaut und einige weitere Fragen wurden für mich nicht genügend geklärt. Irgendwann habe ich mich einfach damit abgefunden und alles als „gottgegeben“ akzeptiert. 

Dabei sind die Ideen der Autorin wirklich klasse. Die Verwebung der Schicksale von Massinissa und Lilya ist sehr interessant, vor allem auch in Bezug auf das Mythische und das Wirken des Schlangengotts und der Feen-Fürstin im Hintergrund (sie sind wirklich ein seltsames Paar, diese Götter). Massinissa kann nur durch Lilya von seinem Fluch befreit werden, aber keiner weiß wie (und warum) und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und die dunklen Mächte. Lilya muss erkennen, dass ihre Vergangenheit und ihre Herkunft ganz anders sind, als sie bisher geglaubt hat und das ihr eine Zukunft bevorsteht, von der sie nicht sagen kann, was sie ihr bringen wird. Aus Freunden werden Feinde, und aus Feinden werden Gehilfen im „Kampf“ gegen die böse Magie. Im Buch gibt es Drachen und Leopardenmenschen und sie alle sind überaus schön dargestellt. Auch die Charaktere sind sehr vielfältig und wenn ich mehr von ihren Gefühlen und Gedanken mitbekommen hätte, wäre es mir vielleicht einfacher gefallen, mich in sie hineinzuversetzen. Vielleicht wäre es mir dann auch möglich gewesen, die kleine Liebesgeschichte im Buch nachzuvollziehen. Von Schmetterlingen im Bauch war da nämlich nicht viel zu lesen…

Es ist nicht so, dass die Handlung nicht interessant wäre, im Gegenteil, aber leider gab es zwischenzeitlich auch Zeitsprünge, die mich etwas aus dem Konzept gebracht haben, weil sie nur vage angedeutet und rückblickend nur kurz abgehandelt wurden. Vor allem das Ende wurde in ein paar kurzen Sätzen abgehandelt, wo ich doch so gerne viel mehr darüber erfahren hätte. Schade.

Ich bin wirklich zwiegespalten, was Drachenhaut angeht. Einerseits ist die Geschichte, was Idee und Handlung angeht, wirklich toll, andererseits haben mich diese „Distanziertheit“ und die fehlenden Erklärungen  doch gestört. 

Fazit                                                                                                                                                                               
Drachenhaut ist definitiv etwas für Märchenfans, die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht mögen und auch ohne die eine oder andere weitreichende Erklärung auskommen. Ich finde die Idee zum Buch echt toll, aber die nicht ausreichende Darstellung der Emotionen und Gedanken der Protagonisten, und die damit verbundene Distanziertheit zum Buch haben es mir schwer gemacht, mich von der Geschichte mitreißen zu lassen. 

Ich vergebe 3 Pancakes an Drachenhaut


1 Kommentar:

  1. Ich muss dir da leider zustimmen - die Emotionen in diesem Buch sind wiiirklich spärlich, was sehr schade ist - bei der originellen Idee! Und die Liebesgeschichte geht meiner Meinung nach ja mal so gar nicht. Null Gefühl. Plötzlich lieben sie sich.
    Schade. Hab dieselbe Bewertung vergeben wie du, schöne Rezension also :D

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Hallöchen :)

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