16 August 2012

Rezension "Guten Morgen - und los geht's"


Guten Morgen –und los geht’s

Thordis Tschüter

Verlag: Frieling (März 2010)
Seiten:  128
Preis: 9,90€ (TB)
Einzelband KLICK
Wertung: ♥♥♥
Danke an den FRIELING VERLAG für das Rezensionsexemplar!

Klappentext

Das Klingeln des Weckers gibt Luzie mit erbarmungsloser Penetranz den Takt für einen Tag vor, der vor allem öde Rituale und Arbeitsabläufe einer Bankangestellten bereithält. Das trotzige Lächeln, das Luzie dieser Tristesse schenkt, soll sich endlich in ein ehrliches verwandeln. Eine gemeinsame Wohnung mit ihrem Freund und die unvermittelte Kündigung markieren nur den Anfang einer Welle an Veränderungen in ihrem Dasein. Auch ihr morgendliches Unwohlsein klärt sich nach einem ungläubigen Blick auf ihren Schwangerschaftstest auf … Impulsiv und mit Liebe zum Detail beschreibt Thordis Tschüter die Zäsur im Leben einer jungen Frau, die nach endlos anmutenden Jahren trüben Wirkens im ungeliebten Job dem inneren Streben nach Glück und Selbstverwirklichung ein Stück näher gekommen zu sein scheint.


Meine Meinung

Wenn jemand von euch mal eine 2 stündige Zugfahrt vor sich hat und sich die Zeit mit einer kurzen, aber dennoch interessanten und gefühlvollen Geschichte vertreiben will,  dann kann ich euch dafür Guten Morgen und los geht’s empfehlen. Allerdings nur dann, wenn ihr auf Fantasy verzichten und euch mit einem sehr eigensinnigen Schreibstil anfreunden könnt.

Luzie ist ein Charakter, mit der mich im echten Leben wohl ziemlich anstrengen würde.  Sie ist sehr aufgeweckt, aber auch ungeduldig und wenn sie nur halb so schnell redet, wie sie denkt, dann würde ich ihr in ihren Erzählungen wohl kaum folgen können. Sie ist pure Energie, immer auf den Beinen, in einem Moment hier, im anderen dort, aber bei all der Hektik geht ihr doch nie ihr Lachen verloren und genau das mochte ich an ihr. Hummel im Hintern hin oder her ;)

Die Erzählweise ist anfangs wirklich gewöhnungsbedürftig. Wie schon oben erwähnt, schein Luzie außergewöhnlich schnell zu denken, was sich  in kurzen und teilweise abgehakten Sätzen äußert. Mir scheint es so, als würde Luzie die ganze Zeit über mit sich selbst sprechen. Klingt anfangs ein bisschen verrückt, gehört aber eigentlich nur zu ihrem Wesen und im Laufe der Zeit gewöhnt man sich dran.

„Erst mal Haare aus dem Gesicht und dann marsch zur Kaffeemaschine. Wasser, Kaffe, eingeschaltet. Super, der Kaffee läuft. Und jetzt die große Preißfrage: Was esse ich? Eigentlich habe ich ja gar keinen Hunger und, oh Gott, dunkles Brot zum Frühstück? Na ja, vielleicht mir Nutella, nein, das Glas ist leer, jetzt weiß ich wieder, warum ich gestern einkaufen wollte und sollte, damit etwas zum Frühstück da ist. Kaffee ist auch solo gut, wie ich! Haha, witzig bin ich auch schon, das wird ja langsam mit dem Aufwachen!“

Versteht ihr, was ich meine ;) ? 

Bei der Handlung ist Guten Morgen und los geht’s auf seinen gerade mal knapp 130 Seiten ziemlich eingeschränkt, dafür hat die Autorin es aber geschafft, die Veränderungen in Luzies Leben gut darzustellen. Mit dem oben angegebenen Klappentext, ist dann auch schon das Meiste der Handlung des Buches erzählt. Trotzdem habe ich mich nicht gelangweilt, sondern mich von der Geschichte mitziehen lassen.

 Ich muss aber leider gestehen, dass ich zwischenzeitlich das Gefühl hatte, mich in einer „Wir ziehen in unsere neuen Wohnung“-Serie zu befinden, denn einige Kapitel handeln nur davon: Dem Umzug von Luzie und ihrem Freund Peter. Streichen, Regale aufbauen, Möbel kaufen und noch mehr Streichen waren die Themen, die ziemlich lange im Vordergrund standen. Ich hätte lieber weniger Umzugs-Details, dafür aber mehr Dialoge zwischen Luzie und Peter gehabt. Diese kommen nämlich nur äußerst selten vor und wenn, dann gibt sie Luzie lediglich kurz in ihrem Kopf und nicht als wörtliche Rede wieder. Das fand ich sehr schade, denn ich konnte mir so nur ein schlechtes Bild von den beiden machen.  Zum Ende hin werden die Dialoge mehr, aber auch nur kurz. 

Trotz dessen habe ich Luzies „Werdegang“ gerne verfolg und ihre Geschichte hat mich wirklich berührt. Leider ist es im Leben manchmal so, dass es nicht so läuft, wie es sollte und dass das meistens Leute trifft, die es wirklich nicht verdient haben. Umso aufbauender ist es da zu sehen, wie die noch relativ junge Luzie und ihre Freund damit umgehen. Gemeinsam kann man so vieles schaffen. (Nicht zu verachten sind da noch Hermann ( eine Rüstung)  und das Gummibärchen ;) ) 

Fazit

Eine kleine, aber feine Geschichte über ein paar Wochen im Leben einer sympathischen und aufgeweckten jungen Frau, bei der sich mit einem Schlag alles ändert. Für mich ein schönes Buch für zwischendurch und mal was anderes, als meine sonstige Fantasy-Kost :)

3 Pancakes für Guten Morgen und los geht’s


1 Kommentar:

  1. Eine sehr schöne Rezi auch wenn das Buch wohl eher nichts für mich ist^^ :P Ich steh doch mehr auf die "Fantasy-Kost" ;)

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Hallöchen :)

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