10 August 2012

Rezension "Born at Midnight"

Born at Midnight  

C.C. Hunter

Verlag: Macmillan US (April 2011)
Seiten: 416
Preis: circa 8€ (TB)
Band 1 von bisher 5 (Shadow Falls)
Deutscher Titel: Geboren um Mitternacht
Wertung: ♥♥♥



Klappentext

One night Kylie Galen finds herself at the wrong party, with the wrong people, and it changes her life forever. Her mother ships her off to Shadow Falls—a camp for troubled teens, and within hours of arriving, it becomes painfully clear that her fellow campers aren’t just “troubled.” Here at Shadow Falls, vampires, werewolves, shapeshifters, witches and fairies train side by side—learning to harness their powers, control their magic and live in the normal world.

Kylie’s never felt normal, but surely she doesn’t belong here with a bunch of paranormal freaks either. Or does she? They insist Kylie is one of them, and that she was brought here for a reason. As if life wasn’t complicated enough, enter Derek and Lucas. Derek’s a half-fae who’s determined to be her boyfriend, and Lucas is a smokin’ hot werewolf with whom Kylie shares a secret past. Both Derek and Lucas couldn’t be more different, but they both have a powerful hold on her heart.

Even though Kylie feels deeply uncertain about everything, one thing is becoming painfully clear—Shadow Falls is exactly where she belongs…


Meine Meinung

Nachdem Tanja einen sehr amüsanten Artikel über die Akademien und Camps für paranormale Teenager in Jugendbüchern auf ihrem Blog gepostet hat, war mir doch etwas Angst und Bange, als ich mir Born at Midnight zum Lesen geschnappt habe. Dazu kommt noch, dass es als Lesestoff für House of Night Fans angepriesen wird…wer meine Rezensionen verfolgt, weiß, dass das nicht unbedingt eine meiner  liebsten Reihen ist x) Ich bin also mit etwas gemischten Gefühlen an das Buch rangegangen.

Umso überraschter bin ich, dass mir das Buch doch recht gut gefallen hat. Mit Kylie, der Protagonistin, bin ich recht schnell warm geworden und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, denn auch ich kenne die Gefühle, wenn die eigenen Eltern sich trennen, was in Born at Midnight in den ersten Kapiteln der Fall ist. Hinzu kommt, dass Kylie ihre Mutter als Eiskönigin sieht, die keine Gefühle zeigen kann und umso mehr ärgert sie sich natürlich, dass sie bei ihr bleiben soll. Ihre Mutter glaubt ihr auch nicht, dass es diesen Stalker, denn Kylie Soldier Dude nennt, wirklich gibt. Doch Kylie sieht ihn, immer wieder. Aber ist sie vielleicht die einzige, die das kann?

Kylie wird bald darauf in das Shadow Falls Camp für verhaltensauffällige Teenager geschickt und fühlt sich verständlicherweise völlig fehl am Platz. Als sie im Bus auf die anderen Jugendlichen trifft, ist sie sehr skeptisch. Eines der Mädchen hat beispielsweise ihre Haare in drei verschiedenen Knallfarben gefärbt.

Natürlich ist das Camp nicht das, was es zu sein scheint. Es ist ein Camp für paranormale Jugendliche wie Werwölfe, Hexe, Feen, Vampire und Gestaltwandler. Kylie verschließt sich dem Ganzen zunächst. Sie ist später, nach einiger  Überzeugungsarbeit, bereit, die anderen als paranormal zu akzeptieren, sich selbst aber hält sie für normal. Für mich ist das ein großer Pluspunkt für Kylie, weil sie damit ihre Standhaftigkeit und ihren Verstand unter Beweis stellt, und sich nicht als so ein kleines naives Ding entpuppt. 

In Born at Midnight lernt man nur relativ wenig über den Alltag der paranormalen Jugendlichen, weil sich die Geschichte um Kylie dreht und diese keiner der Gruppen im Camp angehört. Nur über Dritte bekommt man etwas von den Ritualen der einzelnen Spezies mit. Im Vordergrund der Handlung steht Kylies Selbstfindungsprozess. Sie ist etwas Besonderes, das stimmt, allerdings ist sie kein Einzelfall und es ist etwas schwierig herauszufinden, welcher Spezies sie angehört. 

Sie schließt Freundschaften mit den unterschiedlichsten Charakteren, die einen großen Teil zur Unterhaltung beigetragen haben. Eine Hexe mit Dyslexie, eine sehr launische Vampirin, ein hinterlistiger Gestaltwandler, ein stiller Werwolf und ein Halb-Fee-Gentleman. All  diese Charaktere haben für viele Lacher im Buch gesorgt und die Autorin hat Liebe zum Detail bewiesen und kleine, aber witzige Nebensächlichkeiten eingebaut. Doch jeder der Charaktere hilft Kylie auch auf unterschiedliche Weise dabei, mit ihrer Entwicklung zurechtzukommen. 

Sehr positiv aufgefallen ist mir, dass Kylie nicht zu einer Superheldin wird und ganz alleine das ganze Camp vor dem Untergang bewahrt. Ja, sie ist etwas Besonderes, aber auch sie hat ihre Macken und ohne die Hilfe von anderen kann auch sie keine Wunder bewirken. Sie bleibt ein bodenständiger, sympathischer und ihren Prinzipien treuer Charakter, was man auch an ihrem Verhalten gegenüber ihrem Ex-Freund Trey merkt. Kylie ist aber auch kein verschlossener Charakter, sondern bereit, dazuzulernen und ihre Meinung zu ändern, wenn es einen guten Grund dazu gibt. Manchmal kommen diese Gründe auf gutem Weg daher, manchmal sind neue Erkenntnisse aber auch schmerzlich für Kylie. Dennoch tragen sie alle dazu bei, dass Kylie sich endlich selbst akzeptieren kann und selbstbewusster wird. 

In Born at Midnight gibt es kein Liebesdreieck, es ist sogar,  zumindest am Anfang, ein Liebesquadrat. Trey, Derek und Lucas… Komischerweise ist es mir im Buch nicht wirklich negativ aufgefallen, was vermutlich daran liegt, dass Kylie sich nicht jedem der drei an den Hals wirft und sie nicht bis in den Himmel lobt während sie selbst unter Minderwertigkeitskomplexen leidet. Jeder der drei bedeutet Kylie etwas anderes, jeder ruft andere Gefühle in ihr hervor und das lässt sie die Jungs auch spüren, spielt aber nicht mit ihnen. Oder zumindest nicht absichtlich. 

Einen Spannungsmoment gibt es im Buch ebenfalls, allerdings ist dieser nicht sonderlich ausgeprägt, weil der Spannungsaufbau im Buch eher hintergründig abläuft und man kaum etwas davon mitbekommt. Trotzdem bietet dieser Aspekt und was dahintersteckt, ebenso wie Kylies besondere Gabe, noch eine Menge spannenden Stoff für die kommenden Bücher. Es gibt da noch so einigen Klärungsbedarf.

Fazit

Eine sympathische Protagonistin, eine gute Idee und ein neugierig machendes Ende machen Born at Midnight zu einem interessanten Auftakt von der Shadow Falls Camp Reihe. Die Handlung war mir allerdings etwas zu flach, ich hätte mir ein bisschen mehr Abwechslung zu dem Liebesviereck und ein bisschen mehr Aufklärung in Bezug auf Kylies Selbstfindung gewünscht.

3 Pancakes für Born at Midnight





Englisch Pancake

Born at Midnight bekommt von mir den Fortgeschrittenen-Pancake. Der Satzbau und die Länge der Sätze entsprechen zwar eher dem Anfänger-Niveau, allerdings kommen einige Sprichworte und teilweise sehr spezifisches Vokabular vor, die vielleicht nicht jedem geläufig sind. Ein paar kannte ich, ein paar andere allerdings nicht. Wer sich als Einsteiger nicht scheut, auch mal im Wörterbuch nachzuschlagen, der kann es also auch mal mit Born at Midnight versuchen. 

Shadow Falls Camp auf Englisch



Shadow Falls Camp auf Deutsch

Weitere Bände in Planung.

Kommentare:

  1. Komisch...
    Ich weiß nicht warum, aber dieses Buch hat mich von Anfang an nicht wirklich interessiert, obwohl es definitiv einem von mir favorisiertem Genre angehört. Warum kann ich gar nicht so genau sagen.
    Die Empfehlung für HoN-Fans war mir gar nicht bewusst, ist daher auch nicht Schuld an meiner Abwehrhaltung. Mit HoN konnte ich überhaupt nichts anfangen :-(
    Deine Rezension ist toll geworden und bestätigt mich total in meinem Gefühl für dieses Buch.

    Liebe Grüße

    Chrissy

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    1. Veilleicht hast du einfach schon zu viele Academy Bücher gelesen und hattest dewegen keien Lust auf das Buch. Oder dir hängen Vampire und Feen einfach schon zum Hals heraus ;) ? Ich bin mal gespannt, wie die Folgebände sind, vielleicht entwickelt sich das ganze ja noch besser. Ich lasse es dich dann wissen ;)
      Ich finde es aber auf jeden Fall besser als die HoN Bücher!

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  2. Mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen. Es passt genau auf den lustigen Text von Tanja :D

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    1. Ja Tanjas Text ist schon ziemlich cool. ;) Für mich hat sich Born at Midnight aber durchaus davon abgehoben. Aber zum Glück sind Geschmäcker ja verschieden ;)

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Hallöchen :)

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