11 August 2012

Rezension "Aoife"

Aoife

Anja Ollmert

Verlag:  AAVAA Verlag (Juni 2012)
Seiten: 207
Preis: 11,95€ (TB)
Einzelband
Wertung: ♥♥


Klappentext

Aoife, eine junge Irin, steht als Mitbegründerin einer Werbeagentur mit beiden Beinen fest im Leben. Ihr Interesse gilt den Geschichten der Tuatha de Daanan und anderen Sagen und Mythen der alten Kelten. Ein von der Großmutter geerbtes Buch fesselt sie besonders. In der Samhainnacht wird sie bei der Lektüre auf unerklärliche Weise in die Geschehnisse des Buches gesogen. Sie trifft dort am Samhainfeuer auf Cúchulainn, den bewundernswerten Helden der keltischen Mythologie.

 
Meine Meinung

Um es gleich vorneweg zu sagen: Aoife hat mir leider nicht gefallen. Die Idee ist echt super und der Klappentext klingt wirklich toll, aber die Umsetzung und der Schreibstil konnten bei mir gar nicht punkten.

Aoife hat recht vielversprechend begonnen. Der Schreibstil der Autorin ist nicht perfekt, dennoch ist er mir nicht übermäßig negativ aufgefallen. Im Laufe des Buches jedoch hat er mich zunehmend gestört. Aoife wird durch das Buch in das alte Irland „geführt“ und es ist natürlich gut, wenn die Personen dort sprechen, wie sie es nun mal sollten, aber bei Aoife und später auch bei den anderen, wirkte diese Redensweise mehr und mehr aufgesetzt. Ein Beispiel:

Aoife ist gerade in das Buch gezogen worden und spricht das erste Mal mit Cúchulainn.

C: „Geht man in eurer Zeit immer ohne Schuhwerk?“

A: „Sie stehen bei mir zu Hause im Flur. Schließlich ahnte ich, als ich sie auszog, nicht, dass ich barfuß in eine andere Zeit entschwinden würde.“

„Entschwinden würde“  sagt doch heute niemand mehr, oder? Vielleicht bin ich in der Hinsicht auch einfach nur pingelig, aber so was stört mich wirklich.
Genauso, wie Aoife ihre junge Zofe immer „mein Kind“ nennt, so als wäre sie eine alte Oma, die einem Kind von der guten alten Zeit erzählt und Ratschläge erteilt. Für mich klingt so etwas aufgesetzt. Hinzu kommt, dass alles ein bisschen hektisch wirkt, was durch die vielen kurzen Absätze hervorgerufen wird.

Ich hatte ebenfalls auf eine tolle Liebesgeschichte gehofft, aber auch in dieser Hinsicht konnte das Buch mich nicht überzeugen. Nach nur ein paar Tagen gibt sich Aoife dem Helden hin und vergisst darüber vollkommen ihr altes Leben. Das ging mir viel zu schnell und die beiden Hauptcharaktere waren mir leider einfach zu blass. Die restliche Handlung ist abwechslungsreich und auch durchaus spannend, durch den Schreibstil wurde mir die Lust am Lesen aber ein wenig verdorben.

Schön fand ich die Geschichte rund um Cúchulainn, die aus der keltischen Mythologie kommen. 

Ebenso gut fand ich, dass es einen zweiten Handlungstrang um Aoifes Freundin Cathy gibt, die das plötzliche Verschwinden der Freundin sehr plagt. Sie kommt nach und nach dem „Geheimnis“ auf die Spur, bis sich letztendlich die beiden Stränge wieder zu einem vereinen. Cathy, ihr Mann Ian und Aoifes Mutter Mary waren in meinen Augen sogar besser Charakterisiert als Aoife und Cúchulainn.

Was dem Buch auch nicht zu Gute kam, was ich aber leider nicht abschalten konnte, war, dass ich die ganze Zeit das Buch Ausersehen im Hinterkopf hatte, was der Idee aus Aoife ziemlich ähnlich ist, aber viel besser umgesetzt wurde  und in dem die Charaktere einfach toll waren.

Fazit

Es hat nicht sollen sein. Aoife und ich sind nicht auf einen grünen Zweig gekommen. Die Idee ist super, die keltische Mythologie sehr interessant, leider hat der Schreibstil mir die Freude am Buch aber verdorben.

2 Pancakes für Aoife



Kommentare:

  1. okay, das mit der Sprache hatte ich auch bemängelt :-)
    und ich hatte - im Gegensatz zu dir halt gar keine Erwartungen an das Buch... hätte ich vorher gewusst, dass es so nahe an einem deiner Lieblingsbücher (Ausersehen *g* den Tipp hatte ich ja von dir) liegt, hätte ich dir vermutlich abgeraten...

    Ganz ganz liebe Grüße
    Steffi :-)

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    1. Wir hatten ja schon darüber geredet, was die "Begleiumstände" alles zum Lesegefühl bei einem Buch beitragen können. ;) Vielleicht hätte mir "Aoife" besser gefallen, wenn ich "Ausersehen" nicht gelesen hätte, aber das lässt sich ja jetzt nicht mehr feststellen. Ich denke aber, es wird noch seine Anhänger finden ;) Ich bereue es nicht, es gelesen zu haben. :)

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  2. Oh das klingt aber wirklich etwas starkselig ...
    Danke für die Rezi, sehr gut geschrieben, auch wenn das Buch dir nicht gefallen konnte :)

    LG
    Lilly

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    1. Für mich auf jeden Fall. Freut mich, dass dir die Rezi trotzdem gefallen hat. Es fällt mir komischerweise einfacher, Meckerrezis zu schreiben, als normale bzw. gute :D

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  3. Du wurdest getaggt! :)
    http://janabooks.blogspot.de/2012/08/mein-herzbuch.html

    Liebe Grüße <3
    Jana

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    1. Dankeschön :) Das ist mal wirklich ein toller Tag :) Da muss ich aber erst mal überlegen :D

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    2. Hast du es dir anders überlegt? :) Wollte nur kurz nachfragen, mich würde nämlich sehr interessieren, was dein Herzbuch ist. :)

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    3. Oh jeh Jana, ich habs total verpennt :D Sorry! Wird noch nachgeholt x)

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    4. Gar kein Problem, passiert doch jedem mal :D ich dachte nur, ich frag lieber nochmal nach, aber mach dir keinen Stress! :)

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  4. Oje.. :/ platte Charaktere gibt's urzeit wirklich zu viele :((
    Schade.. Aber eine sehr gelungene,e hrliche Rezi! Uhh.. bin schon schwer gespannt, was du zu "In deinen Augen" sagst :) Möchts auch bald lesen.. :D
    Ganu liebe Grüße :)

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