29 Juli 2012

Rezension zu "Masken"


Masken  

Mara Lang

Verlag: Knaur (März 2012)
Seiten: 608
Preis: 14,99€ (TB)
Einzelband
Wertung: ♥♥♥♥

Danke an His&Her Books für die Wanderbuchaktion!

Klappentext

Die junge Ferin sehnt ungeduldig den Tag herbei, an dem sie endlich die Maske erhält, die ihre hässlichen blauen Gesichtsmale überdecken und sie ebenso schön machen wird wie die Herrschenden. Aber ihre Maske zerfällt zu Staub – und Ferin wird zu einer Gesetzlosen. Sie flüchtet zu einer Rebellengruppe, die unmaskiert im Dschungel lebt. Hier erfährt sie die Wahrheit über die magischen Kräfte ihres Volkes, die von den Masken unterdrückt werden, und lernt den attraktiven Martu kennen. Gefangen in einem Strudel aus Unterdrückung, Verrat und Rache, der nicht nur die Freiheit ihres Volkes, sondern auch ihre große Liebe bedroht, bleibt Ferin nur eins: Sie muss die Masken zerstören.


Rezension

Der Klappentext zu Mara Langs Masken klingt recht einfach, doch man sollte sich davon nicht täuschen lassen, denn Masken ist ein sehr komplexes und tiefgehendes Buch.

Der Einstieg in das Buch ist mir etwas schwer gefallen. Es gibt die Merdhunger und die Pheytaner, soviel habe ich schnell verstanden, doch wie genau die Beziehung dieser Gruppen untereinander ist und die sonstigen Gegebenheiten waren mir länger unklar. Ebenso hat mich die Beschreibung Ferins etwas  „verstört“: Blaue Male im ganzen Gesicht, blaue Lippen, ein großer Riss auf der Nase – irgendwie wollte das ja so gar nicht zu der Frau auf dem Cover passen. Mara Lang macht diese anfänglichen Schwierigkeiten aber durch einen schönen und bildhaft detaillierten Schreibstil wieder wett. Ich mochte ihre Art zu schreiben vom ersten Satz an.

In  Masken lernt man zunächst Ferin kennen, die auf eine Maske und damit auf ein besseres Leben hofft. Dieser Traum wird dadurch zerstört, dass die Maske nur wenige Stunden nach der Zeremonie zu Staub zerfällt. Ferin verliert daraufhin alles, was sie hat und schnell wurde mir klar, dass Masken kein Buch für zarte Gemüter und Leser ist, bei denen immer alles gut laufen und gut ausgehen muss. Ferin wünscht sich den Tod und ihre Gedanken sind so greifbar, dass ich beim Lesen ein unangenehm bedrückendes Gefühl hatte.  Das zeigt den überzeugenden Schreibstil der Autorin, die es schafft, Gefühle gut zu vermitteln.

Trotz, oder gerade wegen des Todeswunsches von Ferin war ich umso bestrebter, weiterzulesen und mit Ferin zu hoffen, dass sie auch wieder glücklich sein kann.  Im Rebellenlager findet Ferin dann schließlich ein neues Zuhause, neure Freunde und ihre Bestimmung, der sie zunächst skeptisch, dann aber überzeugt gegenübersteht.

Ferins Werdegang zu beobachten ist toll. Ich habe gemerkt, wie sie sich unter den neuen Umständen verändert und geistig sowie emotional heranwächst. Es gab ein paar Stellen, da hätte ich sie trotzdem gerne geschüttelt und sie angebrüllt. Nein, sie ist bei weitem kein einfacher Charakter, aber ganz bestimmt einer, bei dem es sich lohnt, ihn in sein Herz zu schließen. 

Auch die anderen Charaktere in Masken haben etwas an sich, das den Umgang mit ihnen nicht ganz einfach macht, im Grunde sind sie aber doch alle liebenswert.  Ferin, Martu, Rhys, Jasta, Sobenio und auch die „Gegenspieler“ sind allesamt komplexe Charaktere mit viel Tiefgang und es ist sehr spannend, sie alle kennen zu lernen. Sie alle leiden unter etwas, das sie bedrückt und wodurch sie sich selbst im Weg stehen.  In Masken geht es oft darum, diese individuellen Hindernisse zu überwinden, sich voranzutreiben und das Schicksal hinzunehmen, wenn es nicht anders geht und es zu verändern, wenn es möglich ist

Ich gebe zu, ich wusste lange nicht, worauf die Geschichte wohl hinauslaufen wird. Ja, im Klappentext wird es angedeutet, aber lange Zeit wird es nur vage angesprochen, deswegen habe ich die ganze Zeit auf irgendetwas, ein Zeichen oder ähnliches, gewartet. Trotz dessen ist es an keiner Stelle des Buches langweilig. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken, wie beispielsweise die Tiger, die alte Stadt der Pheytaner und neue Charaktere. Dabei sticht einer ganz besonders heraus:  Martu. Die Liebesgeschichte zwischen Ferin und Martu hat mir gut gefallen, aber für meinen Geschmack was das Geheimnis um Martus Herkunft und das mit der Portal-Kugel doch etwas zu viel. Es hat für mich auch nicht wirklich zum Rest der Geschichte gepasst, so auch die Giftstachel an Martus Armen. Das alles war ein bissen „too-much“, wie man so schön sagt. 

Masken wäre auch ohne dies zusätzlichen Aspekte sehr komplex, wodurch es für mich kein Buch für zwischendrin ist. Ich finde, man muss sich auf die Geschichte konzentrieren und darauf einlassen. Wenn man das tut, wird man mit einer ideenreichen, emotionalen und spannenden Geschichte belohnt, in der einem die Charaktere viel abverlangen, was aber nur positiv gemeint ist! Wenn ich merke, dass die Charaktere mich emotional berühren, sowohl positiv als auch negativ, dann denke ich,  hat die Autorin bei der Charakterisierung alles richtig gemacht.

Das Buch hat mich mich zwar nicht vollkommen glücklich mit dem Ende, aber dennoch „erfüllt“ zurückgelassen.  Mein letzter Gedanke zum Buch: „Das war schön. Tränchen-aus-dem-Auge-wegwisch-schön.“

Fazit

Anfangs ein bisschen verwirrend, mittendrin ruhig und am Ende spannend und sehr emotional - das ist Mara Langs Masken. Ihr solltet Ferin und ihre Geschichte kennenlernen. Unbedingt! 


4 Pancakes für Masken!







Kommentare:

  1. Eine richtig tolle Rezension, die mich neugierig auf das Buch gemacht hat.
    Ich liebe übrigens auch deinen Pancakes. Ich bin immer völlig fasziniert welche tolle Wertungsgrafik viele Blogger haben, ich bin leider total unbegabt in dieser Hinsicht und habe daher gar keine. Deine Pancakes sind allerdings die schönste Wertungsanzeige, die ich bis jetzt gesehen habe.
    LG Sunny

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  2. Tolle Rezension... Bin ich froh, dass meine Empfehlung dir diesmal zugesagt hat... Trag die Rezi gleich in den Wanderbuchpost ein.

    glg
    Steffi

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  3. Wunderbare Rezension :) Bin wirklich neugierig geworden...dieses Buch kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste ;)

    LG
    Sibel

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  4. Wow!
    Toll geschriebene Rezi!
    Lydia war von dem Buch schon sehr begeistert. Momentan habe ich genug zu lesen, aber ich werde mir das Buch unbedingt mal merken.

    LG
    Lilly

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Hallöchen :)

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