11 Juni 2012

Rezension zu "Ripple"


Ripple

Mandy Hubbard

Verlag: Razorbill (Juli 2011)
Seiten: 260
Preis: 12,50€ (HC)
Englische Originalausgabe
Deutscher Titel: ?
Einzelband
Wertung: ♥♥♥


  
Inhaltsangabe

Lexi is cursed with a dark secret. Each day she goes to school like a normal teenager, and each night she must swim, or the pain will be unbearable. She is a siren - a deadly mermaid destined to lure men to their watery deaths. After a terrible tragedy, Lexi shut herself off from the world, vowing to protect the ones she loves. But she soon finds herself caught between a new boy at school who may have the power to melt her icy exterior, and a handsome water spirit who says he can break Lexi's curse if she gives up everything else. Lexi is faced with the hardest decision she's ever had to make: the life she's always longed for - or the love she can't live without?

Rezension

Um es gleich zu Beginn zu sagen: Ripple ist kein einfaches Buch. Die Sprache ist einfach zu verstehen, das ist gar kein Problem, aber die Stimmung des Buches ist manchmal doch sehr erdrückend.

In Ripple habe ich Lexi als einen gespaltenen und gequälten Charakter kennengelernt. Sie denkt, sie ist für eine Tragödie, die ihres und ein anderes Leben betrifft, verantwortlich und führt deshalb seit zwei Jahren ein sehr abgeschottetes und einsames Leben, womit sie nicht glücklich ist. Ihren schlechten Zustand kann man aus jeder Zeile herauslesen und ich war beim Lesen schlichtweg deprimiert. Ich bin ein Mensch, der gerne lacht und deswegen kam ich zunächst gar nicht mit dem Buch klar.  Im Laufe der Zeit ist mir Lexi dann aber richtig ans Herz gewachsen, weswegen ich nicht mehr aufhören konnte, zu lesen.

Lexi’s Problem ist einerseits ihr Schuldgefühl, andererseits aber auch die Unsicherheit über ihre Person selbst. Sie weiß, dass sie nicht „normal“ ist, wer sonst muss wie sie nicht schlafen, aber stattdessen jede Nacht in eiskaltem Wasser schwimmen? Die einzige Person, die ihr dabei helfen könnte, ist tot. Lexi’s Mutter starb unter sehr mysteriösen Umständen und weil Lexi nicht versteht, warum ihre Mutter sterben musste, kann sie von dieser Geschichte auch nicht loslassen, was sie zusätzlich quält. Als sie dann erfährt wer und was sie ist, nimmt das ein Stück weit die Last von ihren Schultern, wirklich klar kommt sie damit aber nicht.

Die düstere Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch und die dunkle Stimmung spiegelt sich überall wieder. Lexi’s Umgebung scheint zu ihrem inneren Befinden zu passen. Das ändert sich auch nicht, als Lexi hinter ihre Vergangenheit und ihr Schicksal kommt und sich langsam Cole annähert, der im Gegensatz zu allen anderen, noch Interesse an ihr hat und ihr nicht vorwirft, an besagter Tragödie schuld zu sein. Cole mochte ich eigentlich von Anfang an, weil mir klar war, dass seine Gefühle für Lexi echt sind. Die beiden zusammen sind sehr, sagen wir mal spieziell, weil Lexi sich nicht gehen lassen kann und ständig ihren Fluch im Hinterkopf hat.

Lexi schafft es nach zwei Jahren endlich, wieder Gefühle zuzulassen und kriecht aus ihrem Schneckenhaus. Viel Handlung gibt es nicht, dennoch entwickelt sich die Beziehung zwischen Lexi und Cole in einem angemessenen Tempo, obwohl Lexi Bedenken hat, denn wenn Cole erfahren würde, was sie ist, dann hätten die beiden keine Zukunft mehr. Das Glück derbeiden währt nicht lange, als ein weiterer Charakter auftritt, der sagt, er könne Lexi von ihrem Fluch befreien und Lexi eine schwere Entscheidung treffen muss.  Nicht die Spannung steht dabei im Vordergrund, sondern die Emotionen und Lexi’s Veränderung. 

Was daraufhin folgt, ist eine erneute innere Zerissenheit Lexi’s, und eine Story, die kein Happy End zu bekommen scheint. Ich wusste zu keiner Sekunde wie das Buch wohl ausgehen würde. Das Ende war für mich dann umso überraschender, aber natürlich auch nicht gänzlich fernab von Klischees. Die Auflösung ist zwar gut, allerdings etwas abrupt und mit einem feinen bitteren Nachgeschmack. Da es sich bei Ripple um einen Einzelband handelt, ist die Geschichte in sich abgeschlossen und es bleiben keine offenen Fragen.   

Das Thema Sirenen ist mir bisher in keinen Buch begegnet, aber ich finde, es wurde in Ripple sehr gut eingearbeitet, ohne dabei das Buch damit zu überladen.


Fazit

Man sollte von Ripple lieber die Finger lassen, wenn man schlecht Laune hat oder aufgeheitert werden will, denn in beiden Fällen würde Ripple die Situation nur schlimmer machen. Es ist melancholisch, traurig und emotional aufwühlend. Die Handlungsfülle hält sich in Grenzen, deswegen ist Ripple ein ganz gutes Buch für zwischendurch, bietet aber auch nur kurzweiligen „Lesespaß“. Keine Abenteuer, keine durchgehende Spannung, keine Heldin, die die Welt rettet; aber eine junge Frau, die wieder zur Liebe zum Leben und zu anderen Menschen zurückfindet und deren Gefühle das ganze Buch durchweg wirklich greifbar sind. Das „Happy-End“ ist nicht vollkommen, aber dennoch ein schöner Abschluss.

3 Pancakes für Ripple!

Kommentare:

  1. Klingt nach einem interessanten Buch :) Ist das Englisch da schwer zu verstehen?

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    1. Das Englisch ist einfach zu verstehen. Du kannst dir ja mal die Leseprobe auf Amazon anschauen: http://www.amazon.de/Ripple-Mandy-Hubbard/dp/1595144234/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1339446319&sr=8-2#reader_1595144234

      Liebe Grüße :)

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  2. Das Problem an englischen Büchern für mich:
    Irgendwie schaffe ich es nicht, innerhalb von Sätzen zwischen deutsch und englisch zu switchen, wenn ich unterbrochen werde (was leider sehr häufig vorkommt). Dann muss ich immer den ganzen Absatz nochmal lesen und das macht mich waaaahnsinnig...

    Ich warte dann doch lieber auf das deutsche :-D

    Sehr schöne Rezension... vor allem die Einschätzung über das Befinden des Lesers :-D

    glg

    Steffi

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    1. Dein Problem mit englischen Büchern kann ich verstehen.
      Mir ist es anfangs auch nicht leicht gefallen, englische Bücher zu lesen, mit der Zeit wurde es aber immer einfacher. Seit dem ich Macbeth von Shakespeare auf Englisch gelesen habe, schreckt mich auch eigentlich nichts mehr ab :D

      Ich finde englische Bücher halt einfach besser, weil da durch die Übersetzung nicht so viel kaputt gemacht wird. Es ist auch ein ganz anderes "Feeling" beim Lesen. :)

      Freut mich, dass dir die Rezension gefallen hat, wann und ob das Buch auf Deutsch erscheinen wird, ist mir leider nicht bekannt.

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Hallöchen :)

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