11 Mai 2012

Rezension zu "Switched"


Switched

Amanda Hocking

Verlag: Macmillan US (Januar 2012)
Seiten: 318
Preis: 6,40€ (TB)
Englische Originalausgabe
Deutscher Titel: Verborgen
Band 1 von 3 (Trylle Trilogy)
Wertung: ♥♥♥

Inhaltsangabe

When Wendy Everly was six years old, her mother was convinced she was a monster and tried to kill her. Eleven years later, Wendy discovers her mother might have been right.  She’s not the person she’s always believed herself to be, and her whole life begins to unravel—all because of Finn Holmes.
Finn is a mysterious guy who always seems to be watching her.  Every encounter leaves her deeply shaken…though it has more to do with her fierce attraction to him than she’d ever admit.  But it isn’t long before he reveals the truth:  Wendy is a changeling who was switched at birth—and he’s come to take her home.   
Now Wendy’s about to journey to a magical world she never knew existed, one that’s both beautiful and frightening.  And where she must leave her old life behind to discover who she’s meant to become…


 ♥♥♥

Amanda Hocking hat allen bewiesen, dass man mit eBooks eine Menge Geld verdienen kann, wenn man nur die richtige Geschichte schreibt. Ihr Name war auf einmal überall, das Buch Switched in aller Munde. Da war es für mich klar, dass ich mir dieses aufsehenerregende Werk in seiner gedruckten Form auch beschaffen muss. Ganz ehrlich? Soooo toll fand ich das Buch gar nicht…

Switched verspricht eine Story fernab von Vampiren, Werwölfen, Feen und anderen Wesen, denen man als Jugendbuchleser in letzter Zeit ständig begegnet. Stattdessen befasst sich Switched mit Trylles, oder auch: Trolle. „Diese Wesen gab es noch nie, das ist eine tolle Abwechslung!“ sind die Worte, mit denen Switched oft beschrieben wird. Ich fand die Welt der Trylles nur eines: Absolut unscheinbar. Amanda Hocking hat sich für die Trylles keine eigene Welt einfallen lassen, sie bringt sie einfach in einem ganz normalen Städtchen, mit ganz normalen Häusern und „ganz normalen Trylels“ unter. Sie sehen aus wie Menschen, haben aber besondere Fähigkeiten und leben in ihrer eigenen Community, zu der Menschen keinen Zutritt haben. Das fand ich doch etwas enttäuschend. Ich hatte darauf gehofft, dass diese Welt, in die Wendy gebracht wird, eine neue „Welt“ ist, die ein bisschen mehr zu bieten hat und vor allem anders ist, als die, in der die „Normalos“ leben.
 
Wendy, nun ja, ist ein sehr anstrengender Charakter. Sie ist schnäubisch, zickig und verwöhnt. Ich konnte anfangs gar nichts mit ihr anfangen. Man merkt, dass sie Schwierigkeiten hat, sich anzupassen und mit anderen Menschen anzufreunden. Bis auf ihre Tante und ihrem Bruder steht sie niemandem besonders nahe. Ihre Mutter hat versucht, sie umzubringen und behauptet, Wendy sei nicht ihre Tochter, womit sie auch Recht hat, aber natürlich glaubt ihr Niemand.

Finn, ein Tracker der Trylles, ist derjenige, der Wendy die Wahrheit über ihre Herkunft erzählt und er sieht, wie sollte es auch anders sein, einfach umwerfend aus und ist der Beschützer schlechthin. Bei ihm taut sogar die sonst so verschlossene und mürrische Wendy etwas auf. Doch erst nach einem Überfall durch die Vittra (eine verfeindete Gruppe der Trylels) ist sie bereit, ihm zu folgen. Zu ihrer wahren Mutter.

Die ist, so unglaublich es scheint, noch anstrengender als Wendy. Gefühlskalt und herrscherisch trifft es wohl ganz gut. So hat Wendy sich das nicht vorgestellt. Zu allem Überfluss kommt noch, dass von ihr eine Menge erwartet wird, da sie niemand geringeres als die Tochter der Königin ist, also die Prinzessin der Trylles. Das komplette Buch handelt eigentlich nur davon, wie sie auf ihren „Debütantinnenball“ vorbereitet wird. Die Handlung ist nicht langweilig, aber auch nicht gerade spannend. Die Vittra geraten komplett in den Hintergrund.  

Zum Ende hin wird es dann auch kurzzeitig noch einmal echt aufregend. Es gab im Buch einen klitzekleinen Hinweis, dass es so einen Höhepunkt geben wird, allerdings hat dem Niemand wirklich Beachtung beschenkt, was mich nur in meiner Überzeugung, dass Elora sich total selbst überschätzt, bestärkt hat. Es gab einige Momente im Buch, da konnte ich über diese Frau nur den Kopf schütteln. Ich habe generell den Eindruck, dass die Trylles ein sehr eigenwilliges Völkchen sind…

Dieser spannende Moment ist aber auch recht schnell wieder vorbei. Ich fand das, was danach kam es viel interessanter, weil es Wendy dazu zwingt, sich zu entscheiden und es bestimmend dafür ist, wie es mit ihr weitergeht. Das Ende ist wirklich ein kleiner gemeiner Cliffhanger, der neugierig auf den zweiten Band macht.

Was mir gut gefallen hat ist die Entwicklung von Wendy. Zu Beginn des Buches ist sie keinesfalls perfekt, am Ende auch nicht, aber man merkt ihr doch an, wie sie sich zum Positiven hin verändert. Natürlich spielt Finn, der mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer geworden ist, eine große Rolle. Er ist nicht nur Freund und Ratgeber, sondern auch Wendys „Fels in der Brandung“. Sie gesteht sich schnell ein, dass sie mehr für ihn empfindet, als  sie sollte. Das führt zu einigen Problemen und zu einem Ende, das echt gemein ist. 

Fazit

Switched liegt keinesfalls fernab jeglichen Klischees, im Gegenteil, wir treffen hier auf viele Elemente, die es so öfter gibt. Leider mangelt es bei der Welt der Trylles ein wenig an Fantasie. Die Handlung läuft nicht über vor Spannung, verleitet aber dennoch, zusammen mit dem leichten Schreibstil, dazu, das Buch schnell durchzulesen. Auch wenn Wendy anfangs ziemlich anstrengend ist, so mochte ich sie am Ende doch ganz gern und möchte auch gerne erfahren, wie es mit ihr weitergeht. Switched ist nicht der perfekte Auftakt zu einer Trilogie, ich glaube aber dennoch, dass die Story, sowie die Charaktere, viel Potenzial haben. 

3 Pancakes für Switched. Mal schauen, was die Folgebände so bringen…



Die Reihe auf Englisch

Die Reihe auf Deutsch

Kommentare:

  1. Ich will das Buch aufjeden fall lesen, sobald es im August erhältlich ist. Durch deine Rezi bin ich natürlich noch gespannter und hoffe wirklich das ich Wendy nicht auch (relativ) unsympatisch finden werde....^^

    Schöne Rezi :)
    Liebe grüße

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  2. Ich sträube mich immer noch dagegen, ein Buch von Amanda Hocking zu lesen [diese Vampirbücher klingen einfach nur peinlich] und werde es wohl auch mit diesem nicht versuchen. Ich hasse anstrengende Buchcharaktere :D
    Aber eine sehr schöne & informative Rezension, wie immer!

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  3. @Sunshine: Ich denke, am Anfang kommt man nicht drum rum , sie etwas "zickig" zu finden. Das legt sich aber ;) Ich habe mir die beiden Folgebände bestellt und werde sie auch bald lesen, dann kann ich berichten, ob Wendy vielleicht noch eine wundersame Wandlung durchmacht :D

    @Sonne: Ich habe die Vampirbücher auch nicht gelesen, das klingt einfach zu sehr nach Abklatsch und Klischee. Switched ist zwar auch keine supertolle Innovation in Sachen Jugendbuch, aber doch nicht so kitschig. Ich bereue jedenfalls nicht, dass ich es gelesen habe, aber klar, es gibt definitiv bessere Bücher ;)

    Vielen Dank für das Lob :)

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  4. Sehr schöne Rezension, hatte die Reihe auf meiner WL, aber ich war mir auch vor deiner Rezi ziemlich unsicher. Die Bewertungen bei Amazon.com sind jetzt auch nicht durch und durch positiv. ^^ Mal schauen, wahrscheinlich komme ich einfach gar nicht mehr dazu, so schnell mein SuB wächst. -.-' :D

    LG!
    Lydia

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