23 Februar 2012

Rezension zu "Die Alchimistin"

Die Alchimistin 

 Kai Meyer

Verlag: Heyne (Okt.2011)
Seiten: 512
Preis: 12,99€ (TB)
Band 1 von 3 (Die Alchimistin 01)
Wertung: ♥♥♥♥




Inhaltsangabe

Im düsteren Schloss ihrer Ahnen wächst Aura Institoris inmitten eines Labyrinths endloser Gänge und Säle heran. Als ihr verhasster Vater, ein Alchimist, getötet wird, verliebt sie sich ausgerechnet in seinen Mörder – den mysteriösen Gillian. Sein Auftrag ist es, auch Aura zu ermorden. Doch Gillian stellt sich für sie gegen seinen Meister. Gemeinsam geraten die beiden zwischen die Fronten eines Krieges zwischen Unsterblichen, deren Hass die Jahrhunderte über dauert hat.


 

♥♥♥

Dass ich ein Fan von Kai Meyers Büchern bin, habe vermutlich schon öfter erwähnt. Die Bücher über die Wellenläufer, Merle, das Wolkenvolk und die Arkadien Trilogie habe ich alle verschlungen! Als Kai Meyer dann auf der Buchmesse die Neuauflage der Alchimistin vorgestellt hat, wusste ich: Dieses Buch muss ich haben! Gesagt, gekauft. Da saß ich nun, mit diesem schon etwas „älterem“ Werk von Herrn Meyer, dass kein Jugendbuch, sondern eher ein Buch für Erwachsene ist und war sehr gespannt darauf!

Leider waren meine ersten „Auseinandersetzungen“ mit dem Buch nicht von Erfolg gekrönt. Ich habe es mehrmals angefangen, abgebrochen, erneut angefangen… irgendwie wollte der Funken einfach nicht überspringen. Ich weiß auch jetzt immer noch nicht genau, woran das lag. Jedenfalls habe ich mir dann gesagt: “Lisa, Kai Meyer hat dich bisher noch nie enttäuscht, lies das Buch endlich!“ Etliche Tassen Tee, mehrere Tafeln Schokolade und viele Seiten später dachte ich dann: Warum hab ich es nicht schon früher weitergelesen? Das Buch ist toll, wenn man erst mal den Einstieg gefunden hat!

Zunächst muss man sich erst mal mit einer Menge Hintergrundinformationen und den unterschiedlichsten Charakteren auseinander setzen. Keiner der Charaktere im Buch kann man als „normal“ bezeichnen. Jeder hat seine eigenen Eigenschaften, die manchmal auch sehr, sagen wir mal, befremdliche Züge annehmen. Aura hat sich die Innenseiten ihrer Oberschenkel mit Ohrringen gepierct, was etwas mit ihrem zukünftigen Aufenthalt im Internat zu tun hat, ihre Mutter hat ein „Faible“ für Muscheln, Nestor kommt von seinem Dachboden eigentlich gar nicht mehr runter und Gillian ist ein Hermaphrodit. Die Personen in Die Alchimistin sind also alles andere als „normal“, aber gerade das macht sie auch so interessant! Ich frage mich immer wieder, woher Kai Meyer die Ideen für solche Charaktere hernimmt. 

Neben der Einführung der Charaktere bekommt man auch nach und nach mit, in welchen Verhältnissen Aura, ihre Familie und auch Gillian leben. Keiner von ihnen führt ein Leben, wie man es vielleicht erwartet. Man erlebt mit, wie sich Auras und Gillians Wege kreuzen und dann wieder trennen, und wie keiner der beiden mehr so ist, wie er vorher war. Zu diesem Zeitpunkt weiß man noch nicht genau, worauf das Ganze hinauslaufen soll und was hinter all dem steckt. Ich denke mal, dass es diese Informationsflut und meine nicht vorhandene Vorstellungskraft die Gründe dafür waren, dass mich das Buch am Anfang etwas überfordert hat.

Wenn man sich aber erst mal auf die Geschichte eingelassen hat und man so nach und nach versteht, was der ganze „Spuk“ soll, dann wird Die Alchimistin fesselnd und interessant! Es gibt die berühmten „Aha“-Momente und ich war auch ganz stolz, dass ich den Entschlüsselungen folgen konnte. Die Geschichte zusammenzufassen ist wirklich unglaublich schwer, denn es passiert so viel! Was ich aber sagen kann ist: Die Alchimistin ist in 2 „Bücher“ unterteilt, die von der Zeit her 7 Jahre auseinander liegen. Das erste Buch kam mir wie eine Art Einführung in die Thematik vor und das zweite Buch ist dann wirklich atemberaubend spannend und voll von Antworten auf die Fragen aus Buch Eins!

Durch den Zeitsprung werden außerdem noch zwei Sachen bewirkt: 1. Die Charaktere werden dem Leser etwas fremder, weil man einen Teil ihrer Entwicklung verpasst hat, wodurch man 2. dazu gezwungen ist, sie noch einmal neu kennenzulernen. Dabei ist es nicht selten, dass man seine Meinung über den einen oder anderen Charakter ändert. Doch nicht nur als Leser macht man diese Erfahrungen, auch die Charaktere untereinander müssen das feststellen. Durch diese „Wendung“ im 2. Buch bleibt Die Alchimistin durchweg aufregend und interessant. Vor allem aber auch, weil immer noch neue Charaktere hinzukommen. 

Die Alchemie spielt im Buch natürlich eine entscheidende Rolle. Es geht um den Stein der Weisen, das ewige Leben und und und... Dabei wirken die Aspekte an keiner Stelle unglaubwürdig oder übertrieben sondern passen perfekt in die Geschichte. Es ist alles sehr gut durchdacht, aufeinander abgestimmt und auch sehr verständlich erklärt.

Was ich bei Kai Meyer auch immer so toll finde ist, dass er den Leser immer wieder überraschen kann. Immer wenn man denkt, ok, jetzt ist es aber mal gut, setzt Herr Meyer noch einen drauf! Das ist nur positiv gemeint :) ! Der Mann hat vielleicht Ideen! Unglaublich :D Interessant dazu sind auch das Nachwort des Autors und die Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte zum Buch. Dort werden einige Alchimistische Sachen und die Entwicklung der Charaktere noch einmal genauer beleuchtet. Es ist toll zu erfahren, was ein Autor und sein Buch „durchmachen“ müssen, bis das Buch dann so ist, wie es im Laden erscheint. 

Als ich Die Alchimistin gelesen habe, habe ich manchmal vergessen, dass es nur ein Buch ist und dementsprechend auch mal geflucht, wenn ihr mich an einer Stelle total geärgert habe. Nicht weil das Buch schlecht ist, sondern eher weil einer der Charaktere im Buch etwas total Doofes gemacht hat, oder etwas Schlimmes passiert ist. Genau so habe ich aber auch gelacht, mal ein Tränchen vergossen  und den Atem an spannenden Stellen angehalten. Ein Buch, in dem eine Welt entsteht, durch die man seine eigene ein bisschen vergisst, ist etwas wirklich Tolles :)

 Fazit

Mit Die Alchimistin hat mir Kai Meyer wieder einmal gezeigt, was für tolle Geschichten er schreiben kann! Die Alchimistin ist kein Buch für zwischendurch, sondern braucht an manchen Stellen volle Aufmerksamkeit, belohnt den Leser aber mit einer unglaublich fantasiereichen und spannenden Handlung! Ich kann jeden verstehen, der dieses Buch mag, ich kann aber auch nachvollziehen, wenn es Leseratten gibt, die mit dem Buch nicht so viel anfangen können. Mir hat es jedenfalls gut gefallen :) Wegen der anfänglichen Schwierigkeiten gibt es aber leider etwas Abzug…

Die Alchimistin bekommt 4 Pancakes von mir!



Kommentare:

  1. bin gerade etwas zwiegespalten ^^
    wenn ein Buch am Anfang nicht so gut ist, habe ich immer wenig Motivation weiterzulesen, aber vielleicht gefällt mir das Buch ja unglaublich gut =) ich sollte mal Probelesen in einem Laden *gg*

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  2. Hallo Jessi!

    Bei mir entscheidet sich auch recht schnell, ob ich ein Buch mag oder nicht. Der Anfang des Buches war wirklich etwas "anstrengend" aber es loht sich auf jeden Fall, weiterzulesen! Eine Leseprobe würde ich dir aber durchaus empfehlen!

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Hallöchen :)

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