03 Oktober 2011

Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes"



Im Land des Voodoo-Mondes  von Kathleen Weise

Verlag: Planet Girl (September 2011)
Seiten: 288
Preis: 14,95€ (HC)
Einzelband
Wertung: ♥♥♥
Danke an Planet Girl!





Inhaltsangabe

Saint-Domingue 1789. Als die junge Französin Éloise mit dem Schiff auf der Karibikinsel landet, weiß sie noch nicht, was sie auf der Zuckerrohrplantage ihres Onkels erwartet: warme Sommernächte voller Blütenduft, aber auch das Leid der Sklaven und das unheimliche Trommeln, mit dem nachts die Geister beschwört werden. Als Éloise sich in den gut aussehenden Gabriel verliebt, gerät sie mitten in die Rassenkonflikte, die unter der scheinbaren Inselidylle schwelen. Und in den Bann des Voodoo. Albträume verfolgen sie, gefährliche Unfälle häufen sich. Gemeinsam mit Gabriel sucht Éloise nach Antworten.  




Was hat  mir an dem Buch gefallen?

Auch wenn ich momentan eher auf der „Romantasy“-Schiene fahre, so schlägt mein Herz doch auch für historische Jugendromane. Wer die Bücher von Rainer Maria Schröder kennt, der kann das bestimmt nachvollziehen. Als ich dann Im Land des Voodoo-Mondes im Planet Girl Programm entdeckt habe, war mir klar, dass ich dieses Buch lesen will. Gesagt, getan, danke Planet Girl, die das Buch bei LovelyBooks für eine Leserunde zur Verfügung gestellt haben.

Ich gebe zu, ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an das Buch, die leider nicht ganz erfüllt wurden. Trotzdem hat mir das Buch aber sehr gut gefallen. 

Zu Beginn des Buches gibt Kathleen Weise erst einmal eine historische Einführung, in der auf die Zustände in Frankreich und Saint Dominique eingegangen wird. Das ist sehr wichtig, um gewisse gesellschaftliche „Eigenschafen“ verstehen zu können. Es erklärt allerdings auch die Haltung der „Weißen“ gegenüber den „Schwarzen“. 

Éloise, die sechzehnjährige Protagonistin, hat diesen gegenüber nämlich Vorurteile und ist von ihrer ersten Begegnung mit einem Schwarzen noch lange „beeindruckt“. Aus heutiger Sicht sind ihre Vorstellungen  nicht mehr nachvollziehbar und veraltet, aber zu einem historischen Roman gehören nun einmal historische Vorstellungen. Éloises Haltung gegenüber den Sklaven ändert sich im Laufe der Geschichte aber, als sie mit den 
Zuständen auf der Plantage ihres Onkels konfrontiert wird: Die eher schlecht als rechten Behausungen der Sklaven, die Bestrafung und die Vorstellungen ihres Onkels, der Gewalt für das geeignete Mittel zur Unterdrückung von Unruhe hält. An manchen Stellen konnte ich da nur mit dem Kopf schütteln. Es ist schrecklich sich vorzustellen, dass  es wirklich einmal so war.

Im Zuge dieser Veränderung wurde mir Éloise auch immer sympathischer. Ich mochte sie auch zu Beginn schon, doch erst im Umgang mit den Regeln und Sklaven auf Saint Dominique kommt Éloises wahrer Charakter zum Vorschein. Sie lässt sich nicht mit fadenscheinigen Erklärungen abspeisen und sie sagt, was sie zu sagen hat, wodurch sie an einer Stelle einem Sklaven sogar das Leben rettet und er „nur“ Peitschenhiebe bekommt. Heutzutage mögen „aufmüpfige“ Teenager ja normal sein, aber in der damaligen Zeit? Und dann noch als Frau? Das erfordert schon viel Mut. 

Auch Gabriel, der Schreiber eines benachbarten Plantagenbesitzers, trägt zu Éloises Veränderung bei. Seit sie ihn und seine schmetterlingsblauen Augen das erste Mal gesehen hat, muss sie ständig an ihn denken. „Oh nein, nicht schon wieder dieses ewige-Liebe-auf-den-ersten-Blick-Kram!“. Ja, das könnte man denken. Habe ich im ersten Moment auch gedacht. Es ist aber nicht so. Natürlich ist Éloise begeistert von Gabriel, ist er doch so ganz anders als die Jungs in Frankreich, so exotisch. Er ist ein Mulatte und beeindruckt Éloise eben mit seinen schönen Augen. 

Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich nur langsam und mit besonderer Vorsicht, denn es schadet bzw. ruiniert den Ruf eines „Weißen“, wenn er sich mit einem „Mulatten“ einlässt. Gespannt hat man jede Begegnung der beiden verfolgt. 

Gabriel ist auch derjenige, der Éloise mit in die „Voodoo-Welt“ nimmt. Als Einheimischer ist er mit den Gebräuchen und Vorstellungen natürlich vertraut. Éloise hofft durch diesen „Kult“ die Antworten auf ihre Fragen und die Erklärungen für einige seltsame Vorkommnisse zu finden. Seit ihrer Ankunft aus Saint Dominique wird sie nämlich von rätselhaften Träumen heimgesucht und des Öfteren gerät sie in eine sehr gefährliche Situation. Zufall? Ein Fluch? Was hat ihre Mutter mit all dem zu tun? So erfährt man nach und nach einige Dinge über die Vergangenheit von Éloises Familie und was sie mit Saint Dominique verbindet. Die Auflösung der Rätsel ist sehr spannende und hält auch die eine oder andere Überraschung für den Leser bereit.

 Dabei lernt man auch viel über den Voodoo-Kult und das ist wirklich sehr spannend. So wurde ich auch darüber belehrt, dass die Voodoo Puppen mit den Nadeln, gar nicht zum ursprünglichen Voodoo gehören, sondern nur „dazu gedichtet“ wurden. Der Kult umfasst so viel mehr Interessantes und mächtigeres, da erscheinen diese Puppen geradezu lachhaft. 

Besonders hervorheben möchte ich noch den Schreibstil im Buch. Er ist sehr bildhaft und lebendig, so dass man sich Saint Dominique mit  seinen Pflanzen, Menschen und Häusern sehr gut vorstellen kann. Kathleen Weise versteht sich ganz hervorragend darauf, mitreißende Atmosphäre aufzubauen, die den Leser nicht so schnell wieder loslässt. Vor allem der Prolog, bei dem Éloise auf einem Fest der Sklaven ist, ist sehr mitreißend und gibt einen Eindruck davon, was die Autorin mit Worten machen kann.


Was hat mir an dem Buch nicht so gut gefallen?

Wie oben schon erwähnt, war ich ein ganz kleines bisschen enttäuscht von dem Buch, weil ich mir nach dem Lesen der Inhaltsangabe etwas anderes vorgestellt habe. Ich kann nicht genau sagen, ob ich mehr Spannung oder mehr Voodoo erwartet habe, jedenfalls war es etwas anders.  Aber es hat mir trotzdem gut gefallen.

Die Liebesgeschichte zwischen Éloise und Gabriel finde ich im Großen und Ganzen wirklich gut. Allerdings wirkte Éloise manchmal sehr oberflächlich auf mich, weil sie ständig nur von Gabriels Augen spricht und das der einzige Grund zu sein scheint, warum sie von ihm so beeindruckt ist. Erst ist dies auch der einzige Grund, den zunächst reden sie nicht miteinander. Als sie ihn dann allerdings immer besser kennenlernt, so bleibt doch immer noch das Gefühl, dass sie etwas oberflächlich ist. Und obwohl sie ihn kaum kennt, denkt sie doch oft darüber nach, wie es wohl wäre, mit einem Mulatten verheiratet zu sein und was die Leute dazu sagen würden. In diesem Punkt konnte ich Éloise dann nicht so ganz ernst nehmen, weil das meiner Meinung nach nicht zu ihr passt. 

Am Ende des Buches gibt es ein durchaus spannendes Finale. Allerdings fand ich dort die Voodoo-Elemente zu extrem. Vorher konnte ich sie mit durchaus als „real“ vorstellen, aber am Ende sind so unerklärliche Sachen passiert, die ich nicht mehr als „durchaus möglich“ sondern eher als „fiktiv“ bezeichnen würde. Vielleicht war das so gewollt, vielleicht auch nicht. Ich werde Frau Weise, die sich in der Leserunde ja dazu bereit erklärt hat, Fragen zu beantworten, noch einmal darauf ansprechen :)


Fazit

Im Land des Voodoo-Mondes ist ein sehr spannender und mitreißender historischer Jugendroman. Éloise ist eine starke und sympathische Protagonistin, die sich im Laufe der Geschichte sehr positiv entwickelt. Man lernt viel über den Voodoo-Kult und ist immer wieder vom unglaublich tollen Schreibstil der Autorin begeistert.
Ich gebe Im Land des Voodoo-Mondes 4 Pancakes!





Kommentare:

  1. Hey hey :)

    klingt vielversprechend :) Bin gesapnnt, wie das du Buch finden wirst.

    Übrigens bin ich druch deine Rezension zu "Darkest Power" aud die Bücher aufmerksam geworden und werde mir sicher mal den ersten zu Gemüte führen ;)Also danke fr den Tipp^^

    LG Nicole

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  2. Uii, seit wann kann man denn bei dir Kommentare hinterlassen ? Aber freut mich, dir endlich schreiben zu können und wollte dir nur schnell "sagen", dass das Buch wegen deiner Rezi auf meiner Wunschliste gelandet ist ;)

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  3. @Sunshine: Hach ja, wenn ich meine Leser auf gute Bücher aufmerksam machen kann, dann freut mich das :) Also Bitte für den Tip ;)

    @Sandrina: Alo Kommentare hinterlassen konnte man ja vorher auch schon, aber seit ich gestern das neue Design installiert habe, geht es endlich auch direkt unter dem Post :) *freu*

    Freut mich, dass ich dir mit meiner Rezension "helfen" konnte :)

    LG Lisa :)

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Übringes läuft bei mir ein Gewinnspiel, falls du Lust und Laune hast ;D (hatte ich bei meinen ersten Kommentar vergessen zu erwähnen^^)

    LG

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  6. @ Sunshine: Wow, super Buch, dass du da verlost! Da werde ich noch mitmachen :)

    Danke für den Hinweis :)

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Hallöchen :)

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