31 Oktober 2011

Rezension zu "Die Eiserne See"



Die Eiserne See / Wilde Sehnsucht – Meljean Brook

Verlag: Egmont Lyx (November2011)
Seiten: 480
Preis: 9,99€
Originaltitel: The Iron Duke
Band 1 von 3 (?)
Wertung: ♥♥
ACHTUNG: In den USA freigegeben ab 18 Jahren!
Danke an den Egmont LYX Verlag!


Inhaltsangabe

Zwei Jahrhunderte lang lebte England unter dem grausamen Joch der Mongolen. Der Pirat Rhys Trahaearn befreite das Land schließlich aus dem Griff des Feindes und wurde dadurch zum Volkshelden. Inzwischen wird er der Eiserne Herzog genannt und gehört zu den einflussreichsten Männern Englands. Als von einem Luftschiff eine Leiche vor seiner Tür abgeworfen wird, nimmt die Inspektorin Mina Wentworth die Ermittlungen auf. Sie ist fasziniert von dem attraktiven Herzog, weiß jedoch, dass sie sich auf ein Spiel mit dem Feuer einlässt. Der rätselhafte Mordfall bringt sie auf die Spur einer Verschwörung, die ganz England bedroht.




Was hat mir an dem Buch gefallen?

Nun, es ist nicht leicht eine Rezension zu einem Buch zu schreiben, bei dem man sehr zwiegespalten ist. Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, dachte ich, dass es sich bei Die Eiserne See um einen Kriminalroman im Steampunk-Genre handelt. Natürlich bin ich davon ausgegangen, dass auch eine Liebesbeziehung zwischen Mina und Rhys zustande kommt, aber SO eine Liebesbeziehung, wie sie dann im Buch vorkam, hätte ich nicht erwartet. Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich das Buch wahrscheinlich nie gelesen.

Aber erst mal zu den Steampunk-Elementen und dem „Kriminalfall“. Beides hat mir in Die Eiserne See wirklich gut gefallen. Meljean Brook hat eine wirklich tolle Welt erschaffen und beschreibt sie so detailliert, dass man sie beim Lesen gut vor Augen hat. (Das wird später noch zum „Nachteil“…)

Mina, die Inspektorin im Buch, war mir auf den ersten paar Seiten im Buch gleich sympathisch. Sie hat eine relativ lockere Art, obwohl sie es im Leben nicht immer leicht hat. Aufgrund ihres Aussehens erinnert sie die Menschen in London an die Horde, gemeint sind die Mongolen, die England lange Zeit in ihrem Besitz hatten. Mehr als Beschimpfungen haben sie auf der Straße für sie meistens nicht für sie übrig. Dennoch kommt sie gut im Leben zurecht und hat einen selbstbewussten Auftritt. Von Anfang an sympathisch war mir auch Newberry, der Konstabler, der Mina immer zur Seite steht. Er ist ein bisschen prüde, was ihm des Öfteren Mal einen roten Kopf beschwert, aber er ist ein sehr loyaler und mutiger Mann. 

Das Buch fängt damit an, dass Mina zum Haus des Eisernen Herzogs gerufen wird, da dort eine Leiche gefunden wurde. Von einem Luftschiff abgeworfen. Dort findet auch das erste Treffen zwischen Mina und Rhys ( der Eiserne Herzog) statt und man merkt, dass sie sich nicht egal sind. Das merkt man vor allem dann, als aus der Perspektive von Rhys erzählt wird. Er hat seine ganz eigenen Pläne mit der Inspektorin…. Waah, irgendwie finde ich es immer eklig, wenn ich an die Gedanken von Rhys denke. Wisst ihr, welche Wörter er am häufigsten benutzt? „Meins, gehören und vög***…“ Ich mochte ihn am Anfang nicht besonders… am Ende auch nicht, aber dazu später mehr…

Jedenfalls machen sich Mina und Rhys dann auf, um hinter das Rätsel des Mannes zu kommen, der vom Luftschiff geworfen wurde. Anfangs gehen sie noch getrennte Wege, ziemlich bald schließen sie sich aber zusammen, um von den Beziehungen und den Befugnissen des jeweils anderen zu profitieren. 

Die Handlung in Die Eiserne See ist nicht vorhersehbar und das macht sie sehr spannend. Mina und Rhys laufen immer wieder in Sackgassen, neue Indizien kommen ans Licht und immer mehr neue Verbindungen treten auf. Sehr spannend! Die Orte, die sie dabei bereisen und die Menschen, die sie auf dieser Reise treffen sind alle sehr detailliert beschrieben. Vor allem die verschiedenen Charaktere sind sehr gut gelungen.

Bis auf Rhys…. Und damit kommen wir zu dem, was mir an dem Buch nicht so gut gefallen hat. An alle unter 18: nicht weiterlesen, es wird schmutzig x)

Wird es wirklich. Wie oben schon erwähnt, kommt das Wort vög*** sehr häufig in Rhys Gedanken und Sätzen vor. Anfangs dachte ich noch, ja gut, ist halt ein Mann, aber es wurde immer „besser“.

Rhys sagt Mina nicht nur, dass er sie vög*** will, nein er tut es dann auch. Die erste Szene, in der die beiden intim werden, grenzt schon nahe an eine Vergewaltigung. Man merkt das als Leser erst mal gar nicht wirklich, weil der Übergang wirklich schleichend ist. Wenn man später noch mal drüber nachdenkt, dann kann man das gar nicht glauben. Die beiden tun es dann aber immer und immer wieder und jedes Mal füllt der „Akt“ mehrere Seiten aus. Die detailliert Schreibweise der Autorin ist hier dann wirklich zu detailliert. Rhys ist dabei immer voll der Macho und das kann ich so gar nicht abhaben. Im dritten Teil des Buches, in dem eigentlich total viele Sachen in Bezug auf den Kriminalfall passieren, geht es dann hauptsächlich darum, wie die beiden es miteinander tun. Und wie oft. Und wie lange.  Das ging sogar so weit, dass ich echt irgendwann den Faden verloren habe, was genau jetzt die neuesten Entwicklungen in Sachen Mordfall waren. Also, nichts gegen Liebesbeziehung, aber nicht so ausführlich. Und nicht mit so einem Typen wie Rhys!! Ihr merkt schon, ich mag ihn nicht. Er versteht Minas Gefühle einfach nicht und ich glaube er meint, Sex ist die ultimative Lösung für alles. Was ich aber auch nicht verstehen kann ist, was Mina an so einem Kerl findet, der sie nur besitzen und mit ihr schlafen, will?! Das passt nicht zu ihr. Sie hat da was Besseres verdient.

Vor allem, weil sie auf Grund ihrer Vergangenheit Angst vor so extremen Gefühlen hat und Rhys das nicht langsam angehen will, sondern eher nach dem Motto: Wenn schon, denn schon! Anstatt es also langsam mit ihr anzugehen und es im sicheren und versteckten Bett zu tun, macht er es mit ihr auf dem Luftschiff, in einem Bürogebäude… Er hat kein Verständnis. Auch ganz am Ende nicht, wo er es eigentlich besser wissen sollte.

Was aber das allerschlimmste an Rhys ist, ist, dass er nichts dazu lernt. Er merkt nach und nach, dass er Mina liebt, dass er sie zum Leben braucht, aber trotzdem hält er an seiner Theorie, dass Sex alles ist fest. Das Ende vom Buch war so gut, ich dachte echt, er hat über alles nachgedacht und sieht das alles anders… aber nein. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen, weil ich das Ende nicht verraten will. Es war aber eine große Enttäuschung!

Fazit

Steampunk- und krimitechnisch top, die Liebesbeziehung leider ein totaler Flop. Die super spannende Handlung rückt in den Hintergrund und wichtige Neuinformationen werden kurz abgehandelt. Kurz vor Schluss wurde das Buch nochmal spannender und es hätte fast das perfekte Ende gegeben… leider wurde es dann zu einer großen Enttäuschung!

Wer einen spannenden Kriminalfall in der „Steampunkzeit“ möchte, und kein Fan von ausführlichen Liebesszenen ist, der sollte dieses Buch lieber nicht lesen.

Wer auf erotische Steampunkt-Bücher mit Abenteuer-/Krimielementen steht, der liegt mit diesem Buch genau richtig.

Die Eiserne See bekommt von mir 2 Pancakes. Ohne die Liebesszenen und das Ende wären es 4 gewesen… Vielleicht könnte man ja noch mal eine jugendfreie Version dieses Buches schreiben ;)







Werde ich die Fortsetzung lesen?

Definitiv JA [ ]  Sehr wahrscheinlich [ ]  Vielleicht [ ] Eher nicht [ ] Definitiv NEIN [x]
The Iron Seas
  • Band 1
EN: The Iron Duke
DE: Die Eiserne See / Wilde Sehnsucht

  • Band 2
EN: Heart of Steel
DE: Die Eiserne See / Flammendes Herz

  • Band 3
EN: Riveted
DE: ??

Kommentare:

  1. Hm... gut zu wissen. Das Cover wirkt auf mich total kindlich. Hätte da nie mit so was gerechnet. Werde ich mir wohl nicht kaufen. Schöne Rezension!

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  2. Oje...
    Das Buch steht eigentlich schon länger auf meinem Wunschzettel, aber jetzt werde ichs mir wohl nochmal überlegen...

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  3. Ok, dieses Buch wandert definitiv nicht auf meine Muß-ich-haben-Liste ... das klingt definitiv nicht verlockend. Aber eine richtige schöne Rezi :)

    LG
    Monika

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  4. es ist ja eigentlich schon lyx gang und gebe, das die romane des verlags erotische szenen enthalten, stören tut mich soetwas nicht, aber, wenn es so ist, wie du es beschreibst, dann sage ich auch: nein, danke! naja, gut zu wissen...

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  5. Hm also ich muss sagen, dass ist genau was ich von dem Buch erwartet habe ;) Und abgeschreckt bin ich dadurch auch nicht. Aber Geschmäcker sind ja ein Glück verschieden :)
    Werde es mir denke ich holen.

    Ach das ist der erste Teil einer Trilogie?

    LG
    Niniji

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  6. okay... ich hätte auch nicht gedacht, dass es solch ein Buch ist... ich hätte aufgrund des Klappentextes wirklich mehr mit Krimi anstatt mit Liebesszenen gerechnet o.O danke für die Rezi !

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  7. @Kirsche: Das Cover ist wirklich verwirrend. Schaut man sich das Cover der englischen ausgabe an, dann sieht man, dass es ein Roman für Erwachsene ist.

    @Fina: Ich glaube, Die Eiserne See ist definitiv ein Buch, dass man entweder sehr mag oder gar nicht. Man muss halt auf viel Erotik stehen :D Ich biete es aber auch gerne zum Tausch an, denn ich finde, Bücher haben eine zweite Chanze verdient ;)

    @Buchtastisch: Freut mich, dass dir die Rezi gefallen hat, auch wenn das Buch nicht das beste ist ;)

    @Tanja: Ja das habe ich auch schon gehört, aber die Inhaltsangabe und das Cover haben in mir einfach falsche Erwartungen geweckt. Ein bisschen Erotik ist ja ok, aber hier war sie mir zu viel und zu "derb".

    @Ninjo: Ja, das ist richtig und das ist auch gut so ;) Es gibt keine direkte Fortsetzung, also im nächten Buch werden nicht Mina und Rhys die Hauptrollen spielen, sondern 2 andere Charaktere, die man im Buch auch kennenlernt und die ziemlich cool waren ;)

    @Jessi: Jap, so kann man sich irren ;) Für manche ist das eher nicht so gut, andere sagen aber dass, sie das toll finden. Wie gesagt, ich glaube, dieses Buch kann ziemlich polarisierend wirken ^^ Und: bitte für die Rezi ;)

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