30 September 2011

Rezension zu "Vorstadtprinzessin"


Vorstadtprinzessin – Carmen Korn

Verlag: cbt
Seiten: 352
Preis: 9,99€
Einzelband
Genre: Thriller
Wertung: ♥♥♥,5
Will ich haben
Vielen Dank an den cbt Verlag!






Inhaltsangabe

Seine Opfer sind jung, sein Motiv ist alt

In einem Waldstück am Stadtrand von Hamburg werden kurz nacheinander mehrere Mädchen ermordet aufgefunden. In der Bevölkerung geht die Angst um, denn der Mörder muss aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Zur selben Zeit taucht im Leben der seit der Kindheit befreundeten Theo und Lucky die mysteriöse Leni auf. Leni, in die Theo sich unsterblich verliebt, die sich aber zunächst mit dem attraktiven Lucky einlässt. Doch auch Lucky kommt nicht wirklich an die unstete, nach Abenteuern hungrige Leni heran. Als ihr die Nähe zu Lucky und Theo zu viel wird, tut Leni das, was sie schon immer getan hat: Sie geht auf Abstand, lässt sich mit anderen, zwielichtigen Typen ein. Eines Tages verschwindet sie ganz …




Was hat mir an dem Buch gefallen?

Der Schreibstil im Buch ist einerseits sehr einfach, andererseits kann Carmen Korn mir aber auch einen Schauer über den Rücken jagen. Wahrscheinlich liegt es eben an dieser Mischung: Gruselige Dinge, die auf gruselig einfache Weise beschrieben werden.

Vorstadtprinzessin wird aus der Sicht von vielen verschiedenen Personen beschrieben, vor allem aber aus der Sicht von Theo und Lucky. Diese Perspektivwechsel sorgen für Abwechslung, Spannung und führen den Leser das ein oder andere Mal auf eine falsche Fährte. Durch diese Sichtwechsel erfährt man aber auch vieles, was Theo und Lucky nicht wissen, wodurch man paradoxerweise noch mehr mit ihnen miträtselt. Man möchte, dass die beiden auf die richtige Spur gelangen. 

Die Charaktere im Buch waren mit einerseits sympathisch, 
andererseits konnte ich ihr Handeln manchmal nicht nachvollziehen. Theo und Lucky sind vom Charakter her sehr unterschiedlich, dennoch sind sie sehr gute Freunde und stehen einander in jeder Situation zur Seite. Daran ändert auch die hübsche Leni nichts, die beiden Jungs den Kopf verdreht. Mit ihr konnte ich nicht so viel anfangen. Sie war mir an manchen Stellen zu naiv und manchmal auch zu arrogant. Kurz und knapp: Als Freundin konnte ich sie mir gar nicht vorstellen. 

Theo und Lucky sind in ihrem Wesen her eigentlich sehr konstant und ehrlich, was sie mir sehr sympathisch gemacht hat. In manchen Szenen gehen dann aber doch die Hormone mit ihnen durch und ich habe mich gefragt: Ist die Jugend heutzutage wirklich so :D ? Trotz alle dem fand ich die Charaktere ziemlich gut. Sie sind nicht oberflächlich, sondern sehr detailliert dargestellt, was ich wirklich toll finde.

Sehr gut gelungen sind auch die Handlungsstränge. In Vorstadtprinzessin gibt es nicht nur eine Geschichte, sondern mehrere, die am Anfang scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Die Geheimnisse in Theos Familie, Luckys vom „richtigen“ Weg abgekommener Bruder Max, die Schäferstündchen des Chorleiters mit einigen Frauen aus dem Chor… All diese Geschichten scheinen zunächst unabhängig voneinander, am Ende aber entdeckt man, dass alles irgendwie zusammenhängt. Sehr gut dargestellt ist der Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart, wodurch es noch einmal mehr Sachen gibt, die neue Rätsel aufgeben.

Was hat mir an dem Buch nicht so gut gefallen?

Wie oben schon erwähnt finde ich die Charaktere wirklich gut, aber manchmal machen sie Dinge, die ich einfach  nicht nachvollziehen kann. Ein Beispiel, dass nicht unbedingt als Spoiler anzusehen ist: Leni nimmt eines Tages in ihrem Garten zu viele Drogen und ist total high. Als Theo kommt und sie ins Haus tragen will sagt sie, dass sie mit ihm schlafen will. Theo weiß, dass Leni dass nicht sagen würde, wenn sie „nüchtern“ wäre, dennoch nutzt er die Situation aus und tut es. 

Ich finde diese Darstellung einfach unpassend, weil sie nicht zu Theos Charakter passt. Mit ist auch schon in anderen Jugendthrillern aufgefallen, dass Jugendliche so… mh, hormongesteuert dargestellt werden und mit Jemandem schlafen, den sie kaum kennen. Ich finde diese Darstellung also nicht nur in diesem Buch unpassend, sondern eher generell. (Ja ich weiß, ich sollte auch anprangern, dass Jugendliche drogenabhängig werden und so was… Ich befürworte das keinesfalls! …aber das gehört irgendwie einfach zur Geschichte dazu.)

Ein kleiner Kritikpunkt ist noch, dass das Buch nicht so spannend war wie erwartet. Das liegt vor allem auch an der Inhaltsangabe, die etwas irreführend geschrieben ist. Sie deutet an, dass es vor allem um Leni geht und dass sie in Gefahr schwebt, was so eigentlich nicht stimmt. So zumindest empfinde ich das. Trotz allem ist das Buch auf andere Weise spannend, denn die sich verbindenden Handlungsstränge zu beobachten ist wirklich sehr interessant. 


Fazit

Die Spannung in Vorstadtprinzessin wird anders aufgebaut als erwartet, was manchem Leser positiv, manchem aber auch negativ auffallen kann. Mir hat Vorstadtprinzessin gut gefallen, denn ich konnte gut miträtseln und bin begeistert davon, wie sich alles nach und nach zusammenfügt. 


Ich gebe Vorstadtprinzessin 3,5 Pancakes!



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