09 August 2011

Rezension zu "Birthmarked"


Birthmarked

 Caragh O'Brien

Verlag: Harpercollins UK (April 2011)
Seiten: 464
Preis: ca. 7,90€ (TB)
Deutscher Titel: Die Stadt der verschwundenen Kinder
Band 1 von 3 (Birthmarked Trilogy)
Wertung: ♥♥♥♥♥


Inhaltsangabe

In the future, in a world baked dry by the harsh sun, there are those who live inside the walled Enclave and those, like sixteen-year-old Gaia Stone, who live outside. Following in her mother's footsteps Gaia has become a midwife, delivering babies in the world outside the wall and handing a quota over to be "advanced" into the privileged society of the Enclave. Gaia has always believed this is her duty, until the night her mother and father are arrested by the very people they so loyally serve. Now Gaia is forced to question everything she has been taught, but her choice is simple: enter the world of the Enclave to rescue her parents, or die trying

Was hat mir an dem Buch gefallen?

Wie bei jeder Dystopie war ich auch bei diesem Buch auf die Welt gespannt, die der Autor in der Zukunft entstehen lässt. Die Welt in Birthmarked beschränkt sich zunächst auf die Enklave, die Stadt, in der alle Menschen ziemlich wohlhabend sind, und auf die kleineren Bezirke um diese Stadt herum, in denen größtenteils Armut herrscht. Das Geschehen findet um 2390 statt und beschreibt die Zeit, nach dem den Menschen das Öl ausgegangen ist. Eine ziemlich realistische Zukunftsversion. Auch die Idee einer Mauer kommt nicht von irgendwo, ein Beispiel in der Geschichte, in der eine Mauer Menschen trennt, dürfte wohl allen gut bekannt sein. Die Ideen für die Enklave reichen aber noch weiter in der Zeit zurück. Menschen, die ein Verbrechen begangen haben, werden öffentlich gehängt. Die Mischung aus altem und neuem hat die Welt in Birthmarked  sehr interessant gemacht. Es ist spannend mitzuerleben, wie sich die Menschen nach vorn- aber auch zurückentwickeln. Ich persönlich frage mich dann manchmal; könnte es wirklich einmal so werden?

Die Handlung um Gaia nimmt schnell an Fahrt auf, denn die Autorin verliert sich nicht in endlosen Beschreibungen der Welt, in der Gaia lebt, sondern setzt die Handlung in den Vordergrund. So kommt es, dass Gaia sich bereits auf Seite 58 auf ihre gefährliche Reise in die Enklave macht. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend und man kann es nur schwer aus der Hand legen. 

Bei Gaia handelt es sich um eine starke junge Frau, die sich trotz ihrer großen Narbe auf der linken Gesichtshälfte nicht so leicht unterkriegen lässt. Sie ist sehr schlau und hat eine rebellische Ader, die sie später in der ganzen Enklave bekannt macht. Ich fand Gaia von Anfang an sehr sympathisch und war von ihrer Geschichte fasziniert. Man kann sich gut in sie hineinversetzen und fiebert deswegen auch an jeder spannenden Stelle mit.
 
Natürlich kommt eine Dystopie nicht ohne Liebesgeschichte aus, finde ich zumindest ;). In Birthmarked entwickelt sich diese Liebe nur langsam. Gaia kommt von außerhalb der Mauer, er ist ein Mitglied der Armee innerhalb der Enklave. Der Entwicklung der beiden zu folgen war so unglaublich schön. Mehr will ich nicht verraten, das würde nämlich großen Spoileralarm bedeuten :) Nur so viel: Auf einen Kuss muss man laaaange warten ;)

Eine besonders gute Idee von Caragh Obrien ist es, den Leser mit Gaia miträtseln zu lassen. Ihre Eltern haben ihr einen Code auf einem Stoffband hinterlassen, den Gaia nicht kennt, den sie aber entschlüsseln muss, um zu überleben. Die Autorin unterstützt dieses Rätselraten mit Bildern. Dadurch kann der Leser ein bisschen Sherlock Holmes spielen. Ich selbst bin nicht auf die Lösung gekommen :D Das war aber auch ein ziemlich gemeiner Code :D

Auch die Biologen unter euch können sich auf dieses Buch freuen. Die Wörter Chromosom und Gene kommen vor ;) Innerhalb der Enklave besteht nämlich das Problem eines zu kleinen Genpools. Auch die Kinder, die von außerhalb der Enklave in die Stadt gebracht werden, können  da kaum noch Abhilfe schaffen. Die Bluterkrankheit ist weit verbreitet und viele Menschen sterben daran… weil sie nicht behandelt werden dürfen. Krankenhäuser sucht man in der Enklave vergeblich. Die Aufzeichnungen von Gaias Eltern sind er Schlüssel zu einer Welt, in der das Problem der Bluterkrankheit keines mehr ist...

Was hat mir an dem Buch nicht so gut gefallen?

Der gemeine Cliffhanger. Buch war zu Ende und ich bin fast wahnsinnig geworden, weil ich wissen will, wie es weitergeht! Da werde ich aber wohl noch etwas warten müssen… -.-


Fazit

Birthmarked ist eine wirklich gelungene Dystopie, die alte und neue Ideen miteinander verknüpft. Die Charaktere sind realistisch beschrieben und bringen den Leser dazu, mit ihnen mitzufiebern. Einmal angefangen, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen, denn die Spannung ist manchmal unerträglich :D Ich warte gespannt auf die Fortsetzung.

Insgesamt bekommt Birthmarked 5 Pancakes von mir!






Die Reihe auf Englisch

Die Reihe auf Deutsch

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