09 Juli 2011

Rezension zu Vision

 Vision - Ana Alonso


Verlag: Arena (Juni 2011)
Seiten: 464
Preis: 17,99€ (HC)
Band 1 von 3
Wertung: ♥♥♥♥
Will ich haben







Inhaltsangabe

Alex ist fasziniert von Jana. Auf einer Party möchte er seine Chance nutzen und ihr näher kommen. Jana verlässt die Party allerdings früher und Alex folgt ihr in der Hoffnung auf eine Unterhaltung unter 4 Augen. So kommt es, dass er ihr bis nach Hause folgt, wo sie ihn bemerkt und ihm, aufgrund der späten Uhrzeit, anbietet bei ihr zu übernachten. Im Gästezimmer versteht sich. Dort spricht Alex mit Janas Bruder David und erfährt, wie die beiden sich nach dem Tod ihrer Eltern über Wasser halten; sie betreiben ein Tattoo Studio. David macht allerdings keine gewöhnlichen Tattoos. Sie besitzen magische Fähigkeiten, die allerdings nicht immer erfreuliche Effekte haben, wie Alex selbst erfahren muss. David macht ihm ein Tattoo, das Alex auf ewig mit Jana verbinden soll. Doch durch das Tattoo wird es Alex unmöglich, Jana zu berühren. Bei jedem Versuch erleidet er große Schmerzen und fällt einmal sogar in Ohnmacht. Was anfangs wie ein böser Scherz erscheint, entpuppt sich später als Teil eines Plans von David, der Alex auf seine Seite holen will.  Doch nicht nur David kann Magie einsetzten. Jana erzeugt Visionen, die für Alex erschreckend real sind. Überzeugt davon, dass David und Jana keine normalen Menschen sind, lässt Alex sich auf ihre Welt ein, ohne jedoch zu ahnen, dass sie viel mehr miteinander verbindet als er zunächst glaubt und das seine Rolle in ihrer Welt bedeutender ist, als sie es alle wahrhaben wollen…

Ich muss zugeben, dass ich einige Startschwierigkeiten mit Vision hatte. Jetzt kann ich aber nur sagen: Durchhalten lohnt sich ;)


Was hat mir an dem Buch gefallen?

Zunächst einmal stand ich der Idee, eine komplette Geschichte über die Bedeutung eines Tattoos zu schreiben, etwas skeptisch gegenüber. Mehr gibt der Klappentext ja nicht Preis. Er bezieht sich aber hauptsächlich auf die ersten hundert Seiten und verrät nicht viel von dem, was eigentlich dahinter Steckt. 

Eine kurze Zusammenfassung, um nicht zu viel zu verraten.

Es gibt die sogenannten Medu-Klane, deren Mitglieder, die nicht oder nur teilweise menschlich sind, jeweils über verschiedene magische Fähigkeiten verfügen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie beeinflussen das Leben der Menschen und… sie wollen die Macht über die jeweils andern Klane.

Die Medu-Klane haben einen gemeinsamen Feind: Die Wächter, die den Einfluss der Medu auf die Menschen beenden wollen.

Alex Rolle in diesem Machtgefüge bleibt lange ein Rätsel. Es gibt Hypothesen die aufgestellt, verworfen und wieder aufgenommen werden. Ist Alex ein Mitglied der Medu-Klane, oder ein Nachkomme der Wächter, oder vielleicht sogar beides?

Die Entwicklungen und Wendungen sind spannend zu verfolgen. Man muss sich allerdings auf die eine oder andere „Geschichtsstunde“ gefasst machen. Zunächst wird der Hintergrund aus der Sicht der Medu-Klane erzählt, dann, nach einer entscheidenden Wendung, aus der Sicht der Wächter. Diese Beleuchtung von 2 Seiten fand ich persönlich sehr gut, auch wenn die vielen Personen und Geschehnisse manchmal etwas viel waren. Zum Glück gibt es ganz hinten im Buch eine Auflistung der wichtigsten Personen. So behält man zwischendrin den Überblick.

Als dann erklärt wird, was es mit den beiden verfeindeten Seiten auf sich hat, wird es sehr philosophisch. Es geht um Fremdbestimmung, Leben und Schicksal. Es kam teilweise einer Denksportaufgabe gleich, die Bedeutungen und Ursachen der Machenschaften der Klane und der Wächter zu verstehen. Hat man es dann (größtenteils) verstanden, regen die verschiedenen Themen zum Nachdenken an.

Beispiele kann ich hier leider nicht geben, das würde zu viel verraten. Wahrscheinlich machen die Sätze, wenn man sie aus dem Zusammenhang reißt, auch gar keinen Sinn. Man muss es sich Schritt für Schritt erarbeiten.

Sehr gut finde ich auch, dass der letzte Teil aus Janas Sicht geschrieben ist. Jana ist ein sehr geheimnisvoller Mensch und ich war mir anfangs nicht ganz sicher, was ich von ihr halten sollte. Ihr Motive und Gedanken bleiben lange Zeit ein Rätsel und bieten viel Platz für die verschiedensten Vermutungen. Durch den letzten Teil wird man dann (endlich) in ihre Gedanken und Gefühle eingeweiht und bekommt noch einmal eine ganz andere Sicht auf die Dinge und vor allem auf Alex‘ Veränderung.

Ganz wichtig zu erwähnen wäre da noch Erik, Alex‘ bester Freund. Er hat sich im Laufe des Buches von einem eher unwichtigen Nebendarsteller, zu meinem persönlichen Lieblingscharakter entwickelt. Er spielt eine überaus wichtige Rolle… Vielleicht sollte man eher sagen; ihm ist eine Rolle vorherbestimmt, die er nicht gänzlich übernimmt. Durch seine Loyalität und Freundschaft gegenüber Alex treibt es ihn nämlich in eine etwas andere Richtung, die ihn so überaus sympathisch und einzigartig macht. Er hat der ganzen Geschichte eine sehr emotionale Seite gegeben.


Was hat mir an dem Buch nicht so gut gefallen?

Ich muss zugeben, ich hatte ein kleines Problem mit Alex.  Er war anfangs  so beeinflussbar, dass man meinen könnte, er hätte keine eigenen Ansichten. Für fast alles, was er von anderen erzählt bekommen hat, sei es von David, Mitgliedern der Klane oder den Wächtern, hatte er Verständnis und hat es aufgenommen, als sei es seine eigene Meinung. Und das, obwohl es meistens vollkommen gegensätzliche Ansichten waren. 

Man kann das natürlich verstehen, wenn man bedenkt, dass er auf der Suche nach seinem Platz in der ganzen Geschichte ist und er in gewisser Weise auf andere angewiesen ist. Dennoch fand ich es komisch, dass er sich sehr oft einfach mit Dingen abgefunden hat, ohne sie zu hinterfragen. Wenn er einmal „Widerstand“ geleistet hat, dann war dieser nicht von langer Dauer und bezog sich auch meistens nur auf die Themen, die etwas mit Jana zu tun hatten.

Zum Ende hin verändert er sich dann. Er lässt sich nicht mehr beeinflussen und trifft seine eigenen Entscheidungen. Die anfängliche „Beeinflussbarkeit“ trägt  also Letztenendes nur dazu bei, Alex‘ Entwicklung nachvollziehbar zu machen und ihre Bedeutung zu betonen. Aus diesem Grund wirkt sich dieser Punkt nicht allzu negativ aus.

Fazit

Vision biete eine spannende und philosophische Geschichte, für die man allerdings etwas Ausdauer braucht. Die Idee ist neu, gut ausgearbeitet und interessant.

Insgesamt bekommt Vision 4 Pancakes von mir!











Werde ich die Fortsetzung lesen?

Definitiv JA [ ]  Sehr wahrscheinlich [x]  Vielleicht [ ] Eher nicht [ ] Definitiv NEIN [ ]
Vision
Band 1
Vision / Das Zeichen der Liebenden
Band 2
Illusion / Das Zeichen der Nacht
Band 3
Emotion / Das Zeichen der Auserwählten

Kommentare:

  1. So nun, wo ich meine Rezi dazu abgetippt habe, kam ich dazu deine zu lesen.
    Sehr schöne Rezi :)
    Mir fällt grade auf, dass wir einiges gleich sehen, was das Buch betrifft :D

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  2. hmm... ich bin mir immer noch nicht soooo sicher, ob ich mir das Buch zulegen sollte ^^ ich werde da nochmal drüber nachdenken =)

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Hallöchen :)

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