11 Juli 2011

Rezension zu Die Auswahl


Die Auswahl

Ally Condie

Verlag: Fischer FJB (Februar 2011)
Seiten: 452
Preis: 16,95€ (HC)
Band 1 von 3
Originaltitel: Matched
Wertung: ❤❤❤❤
WILL ICH HABEN 
 

KLAPPENTEXT                                                                                                                                  

Das System sagt, wen du lieben sollst – was sagt dein Herz?
»Ich stehe da und starre auf den Bildschirm und während die Sekunden verrinnen, kann ich nichts anderes tun, als stillzuhalten und zu lächeln. Um mich herum begannen die Leute zu tuscheln. Mein Herz klopft stärker denn je. Der Bildschirm ist und bleibt dunkel. Das kann nur Eines bedeuten ...«
Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Mikrochip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll?



MEINE MEINUNG                                                                                                                                 

Kannst du dir eine Welt vorstellen, in der alles für dich entschieden wird? Wen du heiratest, wie viele Kinder du bekommst, wo du lebst, was du arbeitest und sogar wann du stirbst? Nein? Das genau ist aber Cassias Welt.
Man wird durch das Paarungsbankett von Cassia in diese Welt eingeführt. Hier lernt sie ihren Partner kennen. Dieses Ereignis gleich zu Beginn zeigt, dass die Gesellschaft, in der Cassia lebt, über ihre Mitglieder bestimmt. Man ist zu Beginn gleichermaßen abgestoßen und fasziniert. Abgestoßen von einer Zeremonie, in der man einen Partner zugewiesen bekommt, den man vorher noch nie gesehen hat, fasziniert von der Präzision, mit der das ganze geplant und durchgeführt wird. Bei mir hatte das den Effekt, dass ich unbedingt mehr von dieser Welt erfahren wollte und wer in diesem Fall die Menschen sind, die das alles kontrollieren. Nach und nach lernt man dann andere Besonderheiten und unglaubliche Regeln dieser Gesellschaft kennen. Dabei ist alles so überzeugend geschrieben, dass man immer mehr selbst zum „Widerstandskämpfer“ wird und den Funktionären mal gehörig die Meinung sagen will.

Besagte Funktionäre sind dafür zuständig, dass alles so läuft wie es soll. Sie kontrollieren die Menschen und sie bestrafen sie auch.
Cassia selbst muss das spüren. Zunächst beginnt es damit, dass sie auf ihrem Mikrochip nicht das Bild von Xander, sondern Ky sieht, einem Jungen aus ihrer Nachbarschaft.  Eine junge Funktionärin, mit der man es dann öfter zu tun hat, sagt Cassia dann, dass das nur ein übler Scherz gewesen sein kann, denn die Gesellschaft mache keine Fehler. Ky kommt auf Grund gewisser familiärer Umstände nämlich nicht für eine Paarung infrage. 
 
Cassia hat zu Beginn kein Problem damit, denn sie ist glücklich, dass Xander, den sie schon seit ihrer Kindheit kennt, ihr Partner ist. Ihrem Großvater erzählt sie allerdings von dem angeblichen Fehler… Und er bringt dann mit einem kleinen Satz, aus einem verbotenen Gedicht alles ins Rollen. 

Geh nicht gelassen in die gute Nacht …

An dieser Stelle eine kleine Warnung: Wenn ihr nah am Wasser gebaut seid, dann legt euch für die ersten (und auch letzten) Kapitel ein paar Tempos zur Hand. In dem Kapitel, in dem es um das Abschiedsbankett von Cassias Großvater geht, kam ich mit dem Weinen gar nicht hinterher. Man weiß von Anfang an, was mit ihm passiert und das macht es umso schwieriger, die Seiten, die so voller Gefühle sind, ohne eine Träne in den Augen zu lesen. Dieses eine Kapitel bedeutet so viel für Cassia und ihre Familie, so viel für den Lauf der Geschichte.

Geh nicht gelassen in die gute Nacht
Brenn, Alter, rase, wenn die Dämmerung lauert

… es bedeutet Widerstand.

Das Buch würde natürlich nicht „Die Auswahl- Cassia und Ky“ heißen, wenn es nicht um die Beziehung zwischen den beiden gehen würde.

Eine Beziehung, die verboten ist und dennoch so schön. Sie müssen vorsichtig sein, wachsam. Denn niemand darf etwas davon wissen. Deshalb spielt sich alles im Hintergrund ab. Zusammen mit Cassia fiebert man der nächsten Begegnung mit Ky entgegen, um mehr über diesen geheimnisvollen Jungen zu erfahren. Worte und Gedichte spielen hierbei eine große Rolle. Ky bringt Cassia das Schreiben bei. Heimlich. Es verbindet die beiden auf eine ganz besondere Art und Weise. Ich kann nicht genau beschreiben, was ich gefühlt habe, als ich die Passagen über die beiden gelesen habe, aber ich denke, gerührt und mitfühlend trifft es wohl am besten. Sie verändern sich gegenseitig und geben sich Hoffnung. Hoffnung, auf eine andere Welt und ein anderes Leben.

Auch Xander und Cassias Familie spielen eine große Rolle, wenn es darum geht, Cassia und Ky zu beschützen und ihnen zu helfen. Der Zusammenhalt dieser kleinen Gruppe von „Andersdenkern“ ist wirklich beeindruckend.

Ich muss zugeben, ich hatte damit gerechnet, dass Cassia und Ky offen gegen das System verstoßen. Dass es einen gewissen Spannungsbogen gibt, der sich in einem Finale am Ende entlädt. Dem war aber nicht so. Cassia und Ky begehren nie öffentlich auf und dennoch werden ihre Verstöße bemerkt. Immer wieder gibt es kleinere Warnungen von Seiten der Funktionäre. Nicht immer sind sie direkt auf Cassia bezogen, aber sie weisen darauf hin, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dadurch bleibt es spannend, aber es ist nie übertrieben. Im Nachhinein finde ich es gut, dass es nicht so war, wie ich es erwartet hatte.

Dann kommt der eine Tag, an dem alles anders wird und an den sich keiner mehr erinnern soll… außer Cassia…denn es ist ihre Schuld…

Womit auch ein wunderbarer Cliffhanger geschaffen wurde, der mich halb wahnsinnig macht, weil ich wissen will, wie es weitergeht! Zumal es noch viele ungeklärte Fragen gibt, die mir einfach nicht aus dem Kopf gehen.

FAZIT                                                                                                                                                       

Eine außergewöhnliche Gesellschaft, liebevoll gezeichnete Charaktere und eine Liebe, die gegen jede Regel verstößt, machen Die Auswahl zu einem besonderen Leseereignis. 

Die Auswahl bekommt 5 Pancakes von mir.

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch eigentlich auch ganz gut, weil die Geschichte der beiden so liebevoll ist.
    Aber von der Storyline her ... irgendwie total langweilig ....
    Liebe Grüße
    Dani

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    1. Naja, die Fortsetzung bringt noch einbisschen Wind auf und ich warte inzwischen gespannt auf den dritten Teil :)

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  2. Ich bin leider in das Buch gar nicht so richtig reingekommen. Mir ist einfach nicht genug passiert, die Spannung kam irgendwie nicht richtig auf ... :| Von der Idee her fand ich es aber super.

    Die Fortsetzungen lesen möchte ich trotzdem - ich seh den 1. Teil einfach als Auftakt, wo das ganze Drumherum geschildert werden musste und hoffe darauf, dass die nächsten Bücher dann etwas spannender werden ;)

    Die Stelle mit dem Großvater fand ich auch total traurig :( Er war mir der sympathischste Charakter von allen.

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Hallöchen :)

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