24 Juni 2011

Rezension zu "Die Poison Diaries 1"



Die Poison Diaries - Maryrose Wood


Verlag: Fischer FJB (Juni 2011)
Seiten: 272
Preis: 14,95€
Originaltitel: The Poison Diaries
Band 1 von 3 (The Poison Diaries)
Wertung: ♥♥♥♥
Will ich haben ♥ 






Inhaltsangabe


Um 1800: Jessamine lebt mit ihrem Vater in einer verlassenen Kapelle im Norden Englands. Sie führen ein stilles, von Jahreszeiten geprägtes Leben. Jessamines Vater ist Botaniker, seine Leidenschaft sind Heil- und Giftpflanzen. In einem verborgenen Giftgarten züchtet er mächtige tödliche Gewächse, sorgsam darauf bedacht, seine Tochter von der Gefahr fernzuhalten. Als eines Tages Weed auftaucht, ein rätselhafter Fremder mit absinthgrünen Augen, verfällt Jessmine ihm sofort. Doch kaum haben die beiden zueinander gefunden, wird das Mädchen sterbenskrank. Was ist Weeds dunkles Geheimnis? Ist er ihre Rettung oder bringt er den Tod?




 
Wo fange ich am besten an?

Ich beginne mal mit dem Schreibstil. Die Geschichte spielt ungefähr  um 1800, dementsprechend ist auch der Schreibstil. Er ist älter und Jessamine benutzt Wörter, die manche Jugendlich heute wahrscheinlich noch nie gehört, geschweige denn benutzt haben. Einerseits ist dieser Stil etwas befremdlich, andererseits passt er einfach gut zu der Geschichte und der Zeit, in der sie spielt.

Auch die Erziehung, die Jessamine erfahren hat, trägt zu ihrer Sprache und auch ihrem Verhalten bei. Sie hat ihre Mutter früh verloren und ihr Vater ist der einzige Mensch, mit dem sie redet. Er erzieht sie mehr oder weniger zu einer Hausfrau und lässt sie viel alleine. Daher ist Jessamine bestimmt nicht so, wie andere Jugendliche zu ihrer Zeit.  In einer Textpassage beschreibt sie ihr Haus und ihre Gärten als einen Kerker, in dem sie ihr Leben lang gelebt hat. Besser hätte man es gar nicht ausdrücken können.

Vor allem ihre blumige und pflanzliche Sprache machen deutlich, dass sie nie etwas anderes außer ihrem Haus und den Gärten zu Gesicht bekommen hat. Sie vergleicht so ziemlich alles, was passiert oder was sie sieht, mit Vorgängen oder Zuständen im Pflanzenreich.

Beispiele:
„Meine Gedanken sind so verheddert und dornig wie eine Brombeerhecke..“

„Schwankend wie ein Blatt, das vom Wind herumgewirbelt wird, gehe ich zum Haus zurück.“

Manchen Lesern geht das ziemlich auf die Nerven, ich aber finde, dass es wunderbar zum Charakter von Jessamine passt.

Weil Jessamine nie viel mit anderen Menschen zu tun hatte, ist es auch nicht verwunderlich, dass sie von Weed, dem Jungen mit den grasgrünen Augen,  begeistert ist. Sie kann mit ihm reden, wenn ihr Vater nicht da ist und ist dann auch nicht mehr alleine zu Hause. Das verändert Jessamine und es verändert auch Weed. 

Weed ist am Anfang wirklich komisch. Und das meine ich wörtlich. Als seine etwas sonderbaren Essgewohnheiten beschrieben wurden, musste ich erst einmal lachen. Er isst kein Gemüse, aber Speck.  Denn das Gemüse ist ja lebendig und wenn man es isst, dann tut es ihm weh. Aha, und das Schwein, von dem der Speck kommt, das ist wohl keine Lebewesen, oder wie? Weed ist also ein Anti-Vegetarier. Warum, erklärt sich dann im Laufe der Geschichte. Ebenso die Tatsache, dass er fasst ausflippt als Jessamine auf der Weide… Nein, mehr verrate ich jetzt nicht ;) Ich kann nur sagen, dass sein Verhalten an manchen Stellen sehr  sonderbar ist und er mir manchmal wie eine Dramaqueen  vorgekommen ist.  Zum Ende hin wird es dann nachvollziehbar. Armer Weed, kann ich da nur sagen…

Es braucht etwas, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt, aber dann zum Ende hin wird es wirklich spannend, wenn auch etwas skurril. Nur so viel: Maryrose Wood hat sich eine wirklich außergewöhnliche Rolle für die Pflanzen ausgedacht, die in den Gärten von Jessamines Vater wachsen.

Ach ja, der Vater. Der war mir gleich von Beginn an unsympathisch. Lässt seine Tochter  für Tage allein im Haus, erlaubt ihr aber auch nicht in die Stadt zu gehen und mit den Leuten zu reden. Er hält sie wie in einem Gefängnis. Ist er dann mal da, ist es auch nicht viel besser. Er verbarrikadiert sich in seinem Arbeitszimmer und studiert Bücher über Pflanzen und deren Heilkräfte. Er ist wie besessen von dem Bestreben, sich immer mehr Wissen darüber anzueignen.  Als dann Weed auftaucht, der  viel mehr weiß als er und der ihm die Quelle seines Wissens nicht verraten will, wir diese Besessenheit noch schlimmer …

Fazit

Die Poison Diaries ist anders. Gut anders. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen. Sprache, Zeit und Handlung, alles war aufeinander abgestimmt. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass es nicht jedermanns Sache ist, daher empfehle ich,  vor dem Kaufen eine Leseprobe zu lesen, damit man einen Einblick in den Schreibstil der Autorin bekommt. Ich freue mich schon auf den zweiten Band, denn ich bin gespannt, wie es mit Jessamine, Weed und den Pflanzen weitergeht.

Insgesamt bekommt das Buch 4 Pancakes von mir.





Werde ich die Fortsetzung lesen?

Definitiv JA [x]  Sehr wahrscheinlich [ ]  Vielleicht [ ] Eher nicht [ ] Definitiv NEIN [ ]
The Poison Diaries
  • Band 1
EN: The Poison Diaries
DE: The Poison Diaries / Liebe ist Unheilbar

  • Band 2
EN: Nightshade
DE: The Poison Diaries / Liebe ist stärker als der Tod
  • Band 3
EN: ??
DE: ??



Kommentare:

  1. Schöne Rezension :)
    Das Buch hab ich vorhin auch rezensiert ^^

    Mir ging Jessamine ja auch auf die Nerven.. aber nicht aus dem von dir beschriebenen Grund. Mich hat ihre komplette Art etwas in den Wahnsinn getrieben, auch wenn alles vollkommen passend und nachvollziehbar war. Sie ist einfach wie ein naives Kleinkind.. :/ Das hat mir den Rest leider total madig gemacht. Ich kann keine Liebe eines pubertären Mädchens ernst nehmen, dass nichts von der Welt weis.. geschweigedenn viele Jungs kennt. Noch dazu ist sie so theatralisch, als würde sie in einem schlechten Theater zu der Zeit spielen. Erinnerte mich etwas an Sibyl aus "das Bildnis des Dorian Gray" (Buch).
    Die Story war wohl einfach nichts für mich *g*
    Wobei ich die Entwicklung gegen Ende ja sehr interessant und positiv fand.
    Weed mochte ich sehr gerne und den Schreibstil der Autorin fand ich.. naja, durchschnittlich. Zumindest nicht negativ :)

    Bei dem Vater gings mir wie dir *g* ich mocht ihn vom ersten Moment an nicht.

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  2. Mich spricht das Buch nicht so recht an, der Klappentext klang, abgesehen von den Pflanzen, wieder mal sehr klischeehaft. Und auch wenn du schreibst, dass das Buch "gut anders" ist, bleibe ich doch skeptisch und werd es mir vielleich mal aus der Bibliothek ausleihen.

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Hallöchen :)

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